Es ist eine bittere Begleiterscheinung des Sommers: Wenn die Temperaturen steigen, häufen sich die Badeunfälle. Das vergangene heiße Wochenende hat das auf tragische Weise gezeigt.
Eine erschütternde Bilanz
Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertranken an einem einzigen Wochenende 26 Menschen beim Baden in deutschen Gewässern. Auffällig ist: Es waren ausnahmslos Männer und Jungen. Die meisten Unglücke ereigneten sich nicht in beaufsichtigten Schwimmbädern, sondern in Seen, Flüssen und Baggerseen – also dort, wo niemand im Notfall sofort eingreifen kann. Die Hitze hatte viele Menschen ans und ins Wasser getrieben.
Warum es vor allem Männer trifft
Dass überwiegend Männer ertrinken, ist kein Zufall dieses Wochenendes. Statistisch sind vier von fünf Ertrunkenen männlich. Fachleute der DLRG nennen dafür immer wieder dieselben Gründe: höhere Risikobereitschaft, die Neigung zur Selbstüberschätzung – und nicht selten Alkohol. Wer erhitzt und vielleicht angetrunken in kühles Wasser steigt, unterschätzt leicht die Strömung eines Flusses, die eigene Erschöpfung oder den Kälteschock, der den Kreislauf überfordern kann.
So lässt sich Schlimmes verhindern
Viele dieser Unglücke wären vermeidbar. Die Rettungsschwimmer raten zu einigen einfachen Regeln:
- An bewachten Stellen baden, nicht an einsamen, unübersichtlichen Ufern.
- Nicht erhitzt ins kalte Wasser springen – den Körper langsam abkühlen.
- Kein Alkohol vor dem Schwimmen.
- Die eigenen Kräfte ehrlich einschätzen: Flüsse mit Strömung sind auch für gute Schwimmer tückisch.
- Kinder immer in Sichtweite behalten.
Mehr als eine Statistik
Hinter der nüchternen Zahl 26 stehen 26 Schicksale und 26 Familien, die einen Angehörigen verloren haben. Gerade deshalb wiederholen die Retter ihre Mahnung jeden Sommer aufs Neue. Der Sprung ins kühle Nass gehört zu den schönsten Seiten heißer Tage – er sollte nur kein leichtsinniger sein.



