Es ist eines der bekanntesten Bilder des Kinos der 1990er Jahre: Ein außerirdisches Raumschiff schwebt über Washington, ein Strahl schießt herab, und das Weiße Haus zerbirst in einem gewaltigen Feuerball. Mit dieser Szene brannte sich „Independence Day" 1996 ins kollektive Gedächtnis. In diesem Sommer wird der Film 30 Jahre alt.

Ein deutscher Regisseur erobert Hollywood

Hinter dem Spektakel stand der schwäbische Regisseur Roland Emmerich, der das Drehbuch gemeinsam mit seinem Produktionspartner Dean Devlin schrieb. Die Handlung ist schnell erzählt: Riesige Raumschiffe erscheinen über den Metropolen der Welt und beginnen einen Vernichtungsfeldzug. Am amerikanischen Unabhängigkeitstag schlägt die Menschheit zurück. Der Kinostart in den USA fiel passend in die Tage um den 4. Juli 1996; in Deutschland lief der Film im September an, wie heise online in einem Rückblick festhält.

Ein Karrierestart und ein Kassenschlager

Für Will Smith, damals vor allem als Fernsehstar bekannt, wurde die Rolle des draufgängerischen Kampfpiloten zum Sprungbrett in die erste Reihe Hollywoods. An seiner Seite spielten Bill Pullman als US-Präsident und Jeff Goldblum als tüftelnder Wissenschaftler.

Wirtschaftlich war der Film ein Triumph. Einem Budget von rund 75 Millionen US-Dollar stand ein weltweites Einspielergebnis von über 800 Millionen US-Dollar gegenüber, wie unter anderem die Filmdatenbank Wikipedia dokumentiert. Damit war „Independence Day" der erfolgreichste Film des Jahres 1996 und auch in deutschen Kinos ein Publikumsmagnet.

Modelle statt reiner Rechenpower

Bemerkenswert ist aus heutiger Sicht, wie die spektakulären Zerstörungen entstanden. Statt sich allein auf Computergrafik zu verlassen, arbeitete das Team überwiegend mit detailreichen Miniaturmodellen und praktischen Effekten. Für diese Arbeit wurde der Film mit dem Oscar für die besten visuellen Effekte ausgezeichnet. Die Mischung aus handgebauten Modellen und gezielt eingesetzter Digitaltechnik verlieh den Bildern eine Wucht, die bis heute überzeugt.

Warum der Film bleibt

„Independence Day" war nie subtil, und das wollte er auch nicht sein. Er war lautes, patriotisches Katastrophenkino, das den Blockbuster-Sommer als Ereignis zelebrierte. Gerade darin liegt sein Nachhall: Der Film half, eine Ära zu prägen, in der große Effektfilme zum Massenphänomen wurden. 30 Jahre später ist das explodierende Weiße Haus längst ein Stück Popkultur.