Die deutsche Autoindustrie kommt nicht zur Ruhe. Gleich zwei Premiumhersteller melden für das zweite Quartal 2026 rückläufige Verkaufszahlen, wie der Tagesspiegel berichtet.
Die Zahlen
BMW lieferte im zweiten Quartal 590.962 Fahrzeuge aus, das sind 4,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Audi traf es härter: Der Ingolstädter Hersteller kam auf 367.139 Auslieferungen, ein Minus von 8,2 Prozent, wie aus einem weiteren Bericht des Tagesspiegels hervorgeht. Auch Mercedes-Benz liegt mit einem Rückgang von rund sechs Prozent im Minus. Damit steckt die gesamte deutsche Oberklasse in derselben Abwärtsbewegung.
China als Sorgenkind
Der Hauptgrund liegt in China. Für BMW brach der Absatz dort um 30 Prozent auf 117.815 Autos ein, ein Einbruch, der auch die jüngste Gewinnwarnung des Konzerns erklärt. Der einst wichtigste Wachstumsmarkt ist zum größten Problem geworden: Ein harter Preiswettbewerb, veränderte Förder- und Steuerregeln und eine starke heimische Konkurrenz setzen die deutschen Marken unter Druck. Bei Audi drücken laut Unternehmen ebenfalls China und die USA besonders auf die Bilanz.
Nicht überall Krise
Bemerkenswert ist, dass es nicht überall bergab geht. In den USA legte BMW sogar um 9,5 Prozent auf 134.405 Fahrzeuge zu. Und Audi meldet für Westeuropa Auftragseingänge, die sieben Prozent über dem Vorjahr lagen, getragen von Modellen wie dem Q3 und dem A6 e-tron. Die Schwäche ist also regional sehr unterschiedlich, das Bild ist differenzierter als die reinen Minuszeichen vermuten lassen.
Was dahintersteckt
Hinter den Zahlen steht ein grundlegender Umbruch. Die Branche steckt mitten im teuren Wandel zur Elektromobilität, während zugleich die Nachfrage schwächelt, geopolitische Handelskonflikte die Ausfuhr erschweren und chinesische Hersteller mit günstigen, technisch aufgeholten Modellen drängen. Für BMW, Audi und Mercedes geht es nun darum, in diesem Umfeld profitabel zu bleiben, ohne die Investitionen in die Zukunft abzuwürgen.
Der Blick nach vorn
Ob die zweite Jahreshälfte Besserung bringt, hängt vor allem davon ab, ob sich der chinesische Markt stabilisiert und die Handelskonflikte nicht weiter eskalieren. Sicher ist: Der Wettbewerb um das Auto von morgen wird härter, und die deutsche Autoindustrie muss beweisen, dass sie ihn mitgestalten kann, statt ihm hinterherzufahren.



