Es ist eine markante Adresse mitten in Berlin: Im Prinzessinnenpalais am Boulevard Unter den Linden zeigte die Deutsche Bank seit Jahren Kunst. Damit ist nun Schluss.

Aus nach acht Jahren

Wie die Bank mitteilte, schließt das PalaisPopulaire – voraussichtlich zum Jahreswechsel 2026/27, ein Abschiedsfest ist für November geplant. 2018 hatte das Haus eröffnet und sich als Ort für moderne und zeitgenössische Kunst, aber auch für Musik und Diskussionen verstanden. Es stand in einer längeren Tradition: Schon zuvor hatte die Bank an gleicher Stelle die „Deutsche Guggenheim" und später eine KunstHalle betrieben.

Die Gründe

Die Deutsche Bank spricht von einer strategischen Neuausrichtung. Statt ein eigenes Haus mit eigenem Programm zu unterhalten, wolle man künftig flexibler und stärker in Kooperation mit Partnern arbeiten. Offen genannt werden auch Kostengründe; zudem läuft der Mietvertrag aus. Die umfangreiche Kunstsammlung des Konzerns soll erhalten bleiben und künftig vermehrt als Leihgabe in anderen Museen und Institutionen zu sehen sein. Einzelne Engagements – etwa Kooperationen mit anderen Häusern und die langjährige Partnerschaft mit der Berliner Philharmonie – sollen weiterlaufen.

Ein Verlust für die Stadt

In der Kulturszene wird die Schließung mit Bedauern aufgenommen. Mit dem PalaisPopulaire verliert Berlin einen frei zugänglichen Ausstellungsort an exponierter Stelle, der zur Belebung des historischen Boulevards beitrug. Dass ausgerechnet ein Haus schließt, das Kunst einem breiten Publikum nahebrachte, wirft Fragen auf – auch danach, wie verlässlich private Kulturförderung ist, wenn sie unter Spardruck gerät.

Zeichen eines Wandels

Über den Einzelfall hinaus steht die Entscheidung für einen Trend: Unternehmen ziehen sich vielerorts aus der sichtbaren, eigenständigen Kulturförderung zurück und setzen stattdessen auf punktuelle Partnerschaften. Das ist betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, hinterlässt aber Lücken – gerade in einer Stadt wie Berlin, deren Anziehungskraft stark von ihrem kulturellen Reichtum lebt. Wer diese Lücken füllt, ist offen. Bis dahin bleibt vor allem der Abschied von einem Ort, der acht Jahre lang zum Bild der Straße Unter den Linden gehörte.