Der Traum von der Weltmeisterschaft ist früh geplatzt: Deutschland ist bei der WM 2026 bereits im Achtelfinale gescheitert – und das auf die denkbar bitterste Art.
Ein 1:1, das nicht reichte
Im Stadion bei Boston lieferten sich beide Teams ein zähes Spiel. Paraguay ging in Führung, ehe Kai Havertz für Deutschland ausglich. Beim Stand von 1:1 blieb es auch nach Verlängerung – trotz Überlegenheit fand die deutsche Elf keinen Weg am gut organisierten Gegner vorbei. Es ging ins Elfmeterschießen.
Drama vom Punkt
Dort wurde Paraguays Torhüter Orlando Gill zum Mann des Abends: Er parierte die Versuche von Kai Havertz und Nick Woltemade. Auch Jonathan Tah scheiterte. Auf der Gegenseite hielt Manuel Neuer zwar einen paraguayischen Schuss, doch es reichte nicht: Mit dem entscheidenden Treffer von Jose Canale gewann Paraguay das Schießen mit 4:3. Es war die erste Niederlage einer deutschen Mannschaft in einem WM-Elfmeterschießen überhaupt.
Abschied für Neuer
Für Manuel Neuer hat die Niederlage eine besondere Note. Der 40-Jährige bestritt sein letztes großes Turnier im Trikot der Nationalmannschaft. Statt eines glanzvollen Abschieds bleibt das frühe Aus – ein hartes Ende einer langen Karriere als einer der prägenden Torhüter seiner Generation.
Fragen an Nagelsmann
Das Ergebnis reiht sich ein in eine Serie enttäuschender Turniere der deutschen Auswahl. Bundestrainer Julian Nagelsmann, der mit hohen Erwartungen in das Turnier gegangen war, wird sich unbequemen Fragen stellen müssen – zur Aufstellung, zur Spielanlage, zur Chancenverwertung. Dass ein als Außenseiter gehandelter Gegner Deutschland ärgert und schließlich ausschaltet, wird die Debatte über den Zustand des deutschen Fußballs neu befeuern.
Paraguays großer Moment
So bitter der Abend aus deutscher Sicht ist – für Paraguay ist es eine Sternstunde. Mit Leidenschaft, Disziplin und Nervenstärke vom Punkt warf die Mannschaft einen der großen Namen des Turniers aus dem Wettbewerb und steht verdient in der nächsten Runde. Für Deutschland hingegen beginnt nun erneut die Aufarbeitung – früher als erhofft.



