Über Deutschland liegt derzeit heiße, schwül-warme Luft, und die Temperaturen klettern vielerorts in den hochsommerlichen Bereich. Für viele steht die drängende Frage im Raum: Wann wird es endlich wieder kühler? Die Antwort fällt komplizierter aus als erhofft – die Wettermodelle zeichnen mehrere Szenarien.
So heiß wird es in den kommenden Tagen
Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes und kommerzieller Anbieter steigen die Höchstwerte verbreitet in den oberen Zwanziger- bis in den Dreißiger-Grad-Bereich. Am heißesten wird es voraussichtlich im Süden, in der Mitte und im Südwesten, wo örtlich Werte nahe der 40-Grad-Marke simuliert werden. Im Norden und Nordwesten bleibt es spürbar weniger heiß, hier kann kühlere Meeresluft die Spitzen dämpfen. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird nach aktuellem Stand zum Wochenende erwartet.
Wichtig: Die exakten Spitzenwerte schwanken je nach Modelllauf erheblich. Ob die 40 Grad tatsächlich fallen oder es bei Werten knapp darunter bleibt, lässt sich seriös erst wenige Tage vorher sagen.
Wann kommt die Abkühlung? Mehrere Szenarien
Hier gehen die großen Wettermodelle auseinander. Das europäische Modell (ECMWF) berechnet einen Störimpuls im Hochdrucksystem, der die Temperaturen Anfang Juli deutlich zurückgehen lassen könnte. Das amerikanische Modell (GFS) sieht das Hoch eher nach Osten abziehen und stellt eine unbeständige Südwestlage mit teils kräftigen Schauern und Gewittern in Aussicht. Gemeinsam ist beiden Szenarien: Die Abkühlung dürfte nicht sanft, sondern über eine Kaltfront mit Gewittern erfolgen – und genau deren Zeitpunkt ist noch unsicher. Schon zum Wochenende nehmen von Westen her Schauer und Gewitter zu, die regional unwetterartig mit Starkregen, Hagel und Sturmböen ausfallen können.
Hintergrund: Omega-Hoch und Klimawandel
Verantwortlich für die anhaltende Hitze ist eine blockierende Hochdrucklage, oft als Omega-Hoch bezeichnet – die Form des griechischen Buchstabens Ω beschreibt das Strömungsmuster, bei dem ein stabiles Hoch von zwei Tiefs flankiert wird. Solche Lagen sind ortsfest und verhindern, dass kühlere Atlantikluft nachfließt. Hitzewellen wie diese werden durch den Klimawandel häufiger, früher im Jahr und intensiver; der bisherige deutsche Juni-Rekord stammt aus dem Jahr 2019 mit 39,6 Grad in Bernburg an der Saale.
Gesundheitstipps bei Hitze
- Viel trinken, auch ohne Durst – am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
- Direkte Sonne meiden, vor allem in der Mittags- und frühen Nachmittagszeit.
- Wohnung kühl halten: nachts und früh morgens lüften, tagsüber abdunkeln.
- Auf Risikogruppen achten: ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Kranke sind besonders gefährdet.
- Keine Kinder oder Tiere im Auto zurücklassen – nicht einmal kurz.
Wer die genaue Entwicklung verfolgen will, sollte die offiziellen Warnungen des DWD im Blick behalten, da sich die Prognosen für die Abkühlung in den kommenden Tagen noch verschieben können.



