Am Bodensee steht eines der bedeutendsten wissenschaftlichen Treffen der Welt bevor: Am Sonntag, dem 28. Juni 2026, beginnt die 75. Lindauer Nobelpreisträgertagung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Jubiläumsausgabe bei der Eröffnungsfeier eröffnen und zu den Teilnehmenden sprechen. Die Tagung läuft bis zum 3. Juli.
Ein Treffen mit langer Tradition
Seit 1951 kommen in Lindau Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger zusammen, um mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs in den Austausch zu treten. Gegründet wurde die Tagung in der Nachkriegszeit als Zeichen der Verständigung und der internationalen Öffnung der Wissenschaft. Dass der Bundespräsident die 75. Ausgabe persönlich eröffnet, unterstreicht den hohen Stellenwert, den Deutschland dieser Institution beimisst.
Rund 70 Laureaten, mehr als 600 Nachwuchsforschende
Zur Jubiläumsausgabe werden rund 70 Nobelpreisträgerinnen und -preisträger erwartet – sowie mehr als 600 herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt. Sie wurden in einem strengen Verfahren aus zahlreichen Bewerbungen ausgewählt.
Eine Besonderheit des Jubiläums ist die fachübergreifende Ausrichtung: Während die Lindauer Tagungen normalerweise zwischen Physik, Chemie und Medizin wechseln, vereint diese Ausgabe die Disziplinen. Auf dem Programm stehen unter anderem Künstliche Intelligenz, Quantencomputer, globale Gesundheit, Ernährungssicherheit und Bildung. Zu den prominenten Teilnehmern zählen der KI-Pionier und Nobelpreisträger Geoffrey Hinton, der AlphaFold-Entwickler John M. Jumper sowie die Forscherin Katalin Karikó.
Wissenschaft und gesellschaftliche Verantwortung
Begleitet wird das Treffen von einem öffentlichen Programm. So ist ein Lindau Nobel Peace Dialogue geplant, bei dem unter anderem der belarussische Friedensnobelpreisträger Ales Bialiatski, der frühere EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der frühere Präsident der UN-Generalversammlung Seung-soo Han über das Verhältnis von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik sprechen sollen.
Ein besonderer Moment ist zudem die Rückkehr von Michel Devoret, der einst selbst als junger Forscher nach Lindau kam und nun als Nobelpreisträger teilnimmt – erst zum dritten Mal in der Geschichte der Tagung kehrt ein früherer Nachwuchsteilnehmer auf diese Weise zurück.



