Für Jack Kayil war es eine außergewöhnliche Woche: Erst am Sonntag feierte der 20-jährige Aufbauspieler mit Alba Berlin den deutschen Basketball-Meistertitel, wenige Tage später erfüllte sich sein NBA-Traum. Wie die Rhein-Zeitung (dpa) berichtet, wählten die Houston Rockets ihn beim NBA-Draft an 39. Stelle in der zweiten Runde – und gaben ihn umgehend per Tausch an die New York Knicks ab.
Vom Meister-Coup in die NBA
Den Titel mit Alba hatte Kayil erst am Sonntag im fünften Finalspiel gegen den FC Bayern München klargemacht. Dass der Sprung in die beste Basketballliga der Welt nun ausgerechnet bei den amtierenden NBA-Champions gelingt, verleiht dem Wechsel zusätzliche Brisanz: Bei den Knicks – mit denen der Deutsche Ariel Hukporti gerade die Meisterschaft gewann – einen Kaderplatz zu erkämpfen, ist für einen Rookie eine besonders hohe Hürde.
„Es ist eine Ehre. Ich freue mich sehr für die Jungs. Es ist großartig für unser Land", wird Kayil zitiert.
Gleich drei Deutsche im Draft
Kayil war nicht der einzige deutsche Spieler, der bei diesem Draft gezogen wurde. Bereits in der ersten Runde wurden Hannes Steinbach an Position 14 von den Charlotte Hornets sowie Christian Anderson an Position 18 ausgewählt – beide mit garantierten Verträgen.
Damit könnten in der kommenden Saison bis zu zehn Deutsche gleichzeitig in der NBA aktiv sein – neben Kayil etwa Dennis Schröder, Franz und Moritz Wagner, Tristan da Silva, Maximilian Kleber, Isaiah Hartenstein und Ariel Hukporti. Für den deutschen Basketball wäre das ein historischer Wert.
Eine Frage des nächsten Schritts
Ob sich Kayil sofort im Kader der Knicks durchsetzt oder zunächst Spielpraxis in der G League sammelt, ist offen. Sicher ist nur: Mit 20 Jahren, einem frischen Meistertitel und dem Sprung in die NBA gehört der Berliner zu den spannendsten deutschen Nachwuchstalenten – und tritt damit in die Fußstapfen von Spielern wie Dennis Schröder und Franz Wagner, die ihren Weg ebenfalls über die Bundesliga in die NBA nahmen.



