Was passiert ist
Die Generalprobe für Wimbledon ist für die beiden topgesetzten Spielerinnen beim WTA-Turnier in Bad Homburg gründlich danebengegangen. Iga Swiatek, an Position eins gesetzt, unterlag der US-Amerikanerin Emma Navarro mit 5:7, 6:2, 3:6. Die Polin hatte zuvor ein Freilos gehabt – und damit gleich ihr erstes Match auf Rasen in dieser Saison verloren.
Auch die als Nummer zwei gesetzte Mirra Andrejewa erwischte es früh. Die erst 19 Jahre alte Russin, die wenige Wochen zuvor sensationell die French Open gewonnen hatte, verlor gegen ihre Landsfrau Jekaterina Alexandrowa mit 3:6, 4:6, wie unter anderem die Westdeutsche Zeitung berichtete. Es war Andrejewas erstes Match seit dem Triumph in Paris und zugleich ihr erster Auftritt auf Rasen in diesem Jahr.
Das Turnier von Bad Homburg
Das Bad Homburg Open wird auf Rasen ausgetragen und gilt als eines der letzten und wichtigsten Vorbereitungsturniere vor Wimbledon, das in der kommenden Woche beginnt. Für die Spielerinnen ist die Woche im Taunus vor allem dazu da, Matchpraxis auf dem ungewohnten Grün zu sammeln – entsprechend hochkarätig ist das Teilnehmerinnenfeld besetzt. Dass mit Swiatek und Andrejewa gleich beide Mitfavoritinnen vorzeitig die Segel streichen mussten, zählt zu den größten Überraschungen der Rasensaison.
Wie es zu den Überraschungen kam
Die kurze Übergangszeit von Sand auf Rasen ist traditionell tückisch. Andrejewa trat in Bad Homburg ohne jede Wettkampfpraxis auf dem schnellen Untergrund an; der fehlende Rhythmus und die nach dem Pariser Höhenflug verständliche Müdigkeit waren ihr anzumerken. Swiatek wiederum, die sich auf Rasen ohnehin selten ganz wohlfühlt, traf in Navarro auf eine formstarke Gegnerin, die nach verlorenem erstem Satz das Tempo verschärfte und den dritten Durchgang klar für sich entschied.
Deutsche Beteiligung
Aus deutscher Sicht verlief die Woche ebenfalls enttäuschend. Die als Wimbledon-Hoffnung gehandelte Tatjana Maria schied früh aus, ebenso Laura Siegemund. Auch Eva Lys, die mit einer Wildcard im Hauptfeld stand, kam nicht über die erste Hürde hinaus. Damit war das deutsche Trio früh aus dem Heimturnier ausgeschieden.
Der Blick voraus auf Wimbledon
Für Swiatek und Andrejewa bedeutet das frühe Aus, dass sie ohne Matchsicherheit auf Rasen nach London reisen. Während Andrejewa als frischgebackene Grand-Slam-Siegerin dennoch zum erweiterten Favoritenkreis für Wimbledon zählt, steht Swiatek nach einem durchwachsenen Jahr unter erhöhtem Erwartungsdruck. Gewinnerin der Bad Homburger Überraschungen ist derweil Emma Navarro, die mit dem Erfolg über die Weltranglistenerste mit breiter Brust Richtung All England Club blickt.



