Was geplant ist
Beim Bafög zeichnen sich für die kommenden Jahre mehrere Verbesserungen ab. Im Kern geht es darum, die staatliche Ausbildungsförderung wieder näher an die tatsächlichen Lebenshaltungskosten heranzuführen. Geplant ist, die Wohnkostenpauschale zum Wintersemester 2026/27 auf 440 Euro pro Monat anzuheben und künftig regelmäßig zu überprüfen. Die eigentlichen Bedarfssätze sollen in zwei Schritten – zum Wintersemester 2027/28 und 2028/29 – schrittweise an das Niveau der Grundsicherung angekoppelt werden.
Hinzu kommen weitere Bausteine: Die Freibeträge sollen dynamisiert, also automatisch an die Einkommensentwicklung angepasst werden. Und Studierende aus finanzschwachen Familien können zum Studienstart einmalig eine Studienstarthilfe von 1.000 Euro erhalten, die nicht zurückgezahlt werden muss und typische Anfangskosten abfedern soll.
Was Merz sagt – und was nicht
Bundeskanzler Friedrich Merz machte den Studierenden Hoffnung auf Verbesserungen, hielt sich aber mit einer festen Zusage zu konkreten Erhöhungen zurück. Hier liegt der entscheidende Vorbehalt: Vieles ist angekündigt oder im Grundsatz vereinbart, doch ein offizieller Gesetzentwurf lag zuletzt nicht vor. Solange dieser fehlt, bleiben die Zahlen Absichtserklärungen – verbindlich werden sie erst mit dem parlamentarischen Verfahren.
Wen es betrifft
Das Bafög ist für viele Studierende und Schülerinnen und Schüler die wichtigste staatliche Stütze. In den vergangenen Jahren war die Gefördertenquote allerdings rückläufig: Immer weniger junge Menschen erhielten die Leistung, weil die Sätze und Freibeträge nicht mit den steigenden Lebenshaltungskosten – vor allem den Mieten – Schritt hielten. Genau hier setzen die geplanten Anpassungen an.
Die Kritik
Sozialverbände und Gewerkschaften dringen auf Tempo. Der DGB forderte, die Reform rasch auf den Weg zu bringen – „Studierende können nicht warten". Kritisiert wird auch, dass zentrale Verbesserungen erst 2027 und 2028 greifen sollen, während die Kosten schon heute drücken. Das Deutsche Studierendenwerk und studentische Verbände verlangen seit Längerem eine automatische, regelmäßige Anpassung der Sätze, damit das Bafög nicht immer wieder hinter der Preisentwicklung zurückfällt.
Einordnung
Die Stoßrichtung der Pläne – Kopplung an die Grundsicherung, höhere Wohnpauschale, Studienstarthilfe – gilt vielen Fachleuten als überfällig. Entscheidend wird sein, ob die Vorhaben angesichts des angespannten Bundeshaushalts auch tatsächlich und fristgerecht umgesetzt werden. Für die Studierenden zählt am Ende nicht die Ankündigung, sondern der Betrag auf dem Konto.



