Nach den beiden schweren Erdbeben in Venezuela weitet sich das Ausmaß der Zerstörung aus. Wie Al Jazeera berichtet, stürzten in mehreren Städten Gebäude ein; die Behörden befürchten zahlreiche Verschüttete. Verlässliche Opferzahlen lagen zunächst nicht vor – die Lage wurde noch erfasst.

Zwei schwere Beben im Nordwesten

Am Abend des 24. Juni (Ortszeit) hatten zwei Beben kurz hintereinander den Bundesstaat Yaracuy erschüttert: zunächst eines der Stärke 7,2 nahe der Stadt San Felipe, kurz darauf ein zweites der Stärke 7,5 bei Yumare. Die Epizentren lagen rund 280 Kilometer westlich der Hauptstadt Caracas. Der US-Erdbebendienst USGS warnte angesichts der Stärke und der geringen Herdtiefe vor potenziell hohen Opferzahlen.

Schäden bis in die Hauptstadt

Obwohl das Zentrum der Beben weit entfernt liegt, wurde Caracas schwer getroffen. Innenminister Diosdado Cabello sprach von einer „alarmierenden" Lage im Stadtteil Altamira, wo mehrere Gebäude einstürzten. „Die Feuerwehr, die Polizei und alle Kräfte sind im Einsatz", erklärte Cabello. Der internationale Flughafen Simón Bolívar erlitt schwere Schäden und wurde geschlossen.

Notstand ausgerufen

Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez rief den Notstand aus und rief medizinisches Personal zum Dienst. Rettungskräfte durchsuchten in mehreren Stadtteilen die Trümmer nach Überlebenden. Die zunächst ausgegebene Tsunami-Warnung für Teile der Karibik war im Lauf der Nacht wieder aufgehoben worden.

Lage bleibt unübersichtlich

Wie viele Menschen ums Leben kamen, verletzt oder verschüttet wurden, war zunächst nicht gesichert. Angesichts eingestürzter Wohnhäuser und der Wucht der Beben rechneten die Behörden mit einer hohen Zahl an Betroffenen. Diese Meldung beruht auf ersten Angaben und wird aktualisiert, sobald gesicherte Zahlen vorliegen.