Jeden Sommer wiederholt sich dasselbe Bild: Die Blutkonserven werden knapp. Der Grund ist ein Zusammentreffen ungünstiger Umstände – und die gute Nachricht ist, dass jede und jeder Gesunde etwas dagegen tun kann.
Warum es im Sommer eng wird
In den Ferien sind viele treue Spenderinnen und Spender im Urlaub, und die Hitze hält zusätzliche Menschen von Terminen ab. Nach Angaben des Tagesspiegels erschien zuletzt bis zu ein Viertel weniger Menschen zu den geplanten Terminen. Der Bedarf aber bleibt konstant hoch: Bundesweit werden rund 15.000 Blutspenden pro Tag benötigt, allein in Berlin und Brandenburg etwa 600. Bei einigen Blutgruppen – etwa 0 und A, jeweils Rhesus-positiv wie -negativ – reichten die Vorräte zuletzt nur für gut einen Tag, während vier bis fünf Tage für eine sichere Versorgung nötig wären.
Warum sich Blut nicht einfach lagern lässt
Blut ist nicht künstlich herstellbar und nur begrenzt haltbar. Rote Blutkörperchen lassen sich einige Wochen aufbewahren, doch die in der Krebstherapie so wichtigen Blutplättchen (Thrombozyten) sind nur etwa vier Tage verwendbar. Deshalb helfen keine großen Vorräte über den Sommer – es braucht einen stetigen Nachschub. Ein Vorteil: Eine einzelne Spende wird üblicherweise in mehrere Präparate aufgetrennt und kann so mehreren Patienten zugutekommen.
Wie die Spende abläuft
Blutspenden ist unkompliziert. Spenden darf grundsätzlich, wer gesund und in der Regel zwischen 18 und 68 Jahre alt ist; Dienste wie der DRK-Blutspendedienst bieten vorab einen kurzen Selbstcheck an, um die eigene Eignung zu klären. Ein Termin dauert alles in allem etwa eine Stunde: Anmeldung, ein kurzer Gesundheitscheck, die eigentliche Spende von rund einem halben Liter und eine Ruhephase mit kleinem Imbiss. Wie oft man spenden darf, ist geregelt – Frauen etwas seltener als Männer, mit einem Mindestabstand von einigen Wochen zwischen den Terminen.
So kommt man zum Termin
Der Weg zur Spende ist einfacher geworden. Die Blutspendedienste organisieren täglich zahlreiche Termine im ganzen Land, oft in Gemeindesälen, Schulen oder festen Spendezentren. Termine lassen sich online buchen, viele Anbieter haben zudem Apps, über die man freie Zeiten findet und den eigenen Spendenverlauf einsehen kann. Wer unsicher ist, ob er spenden darf, klärt das am besten direkt vor Ort beim Gesundheitscheck. Der Appell der Dienste lautet in diesem Sommer schlicht: Wer kann, sollte einen Termin machen – denn anders als vieles andere lässt sich Blut nicht ersetzen.



