Im Prozess um die Todesfahrt über den Magdeburger Weihnachtsmarkt wird das Urteil erwartet. Wie ZDFheute berichtet, soll das Landgericht Magdeburg seine Entscheidung nach zahlreichen Verhandlungstagen verkünden. Es ist eines der Verfahren mit den meisten Opfern in der Geschichte Sachsen-Anhalts.

Die Vorwürfe

Angeklagt ist der 50 Jahre alte Arzt Taleb A. Die Anklage wirft ihm Mord in sechs Fällen sowie versuchten Mord in mehreren Hundert Fällen vor. Er soll am Abend des 20. Dezember 2024 mit einem Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit über den Weihnachtsmarkt gefahren sein. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Sechs Tote, viele Verletzte

Bei der Tat kamen sechs Menschen ums Leben – fünf Frauen und ein neunjähriger Junge. Mehr als 300 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Am Verfahren sind zahlreiche Nebenklägerinnen und Nebenkläger beteiligt; wegen des Umfangs wurde eigens ein Verhandlungssaal hergerichtet.

Streit ums Motiv

Ein zentraler Punkt des Prozesses war die Frage nach dem Motiv. Die Staatsanwaltschaft geht nach Berichten nicht von einer ideologisch-terroristischen Tat aus, sondern führt persönliche Frustration und ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis an – eine Einschätzung der Anklage, kein rechtskräftig festgestellter Befund. Ein psychiatrisches Gutachten attestierte dem Angeklagten den Berichten zufolge eine Persönlichkeitsstörung, hielt ihn aber für schuldfähig und empfahl Sicherungsverwahrung.

Die Forderung der Anklage

Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie anschließende Sicherungsverwahrung. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung praktisch ausgeschlossen. Welches Strafmaß das Gericht verhängt, entscheidet sich mit der Urteilsverkündung.

Dieser Artikel gibt den Stand vor der Urteilsverkündung wieder und wird aktualisiert, sobald das Urteil vorliegt. Bis zur Rechtskraft gilt die Unschuldsvermutung.