Wenn die Temperaturen klettern, leiden auch Wildtiere unter Durst und Überhitzung. Schon mit wenigen Handgriffen lässt sich helfen – Fachleute von NABU und Tierschutzverbänden erklären, wie es richtig geht.
Wasser anbieten – aber richtig
Das Wichtigste ist eine Wasserstelle. Geeignet ist eine flache Schale oder ein Blumenuntersetzer aus Keramik oder Ton mit niedrigem Rand, damit Vögel sicher landen und Igel leicht trinken können. Für Insekten gilt: Steine oder kleine Äste müssen aus dem Wasser ragen, damit Bienen und Hummeln nicht ertrinken. Der NABU warnt zugleich vor Glasmurmeln als Ausstiegshilfe – sie heizen sich in der Sonne so stark auf, dass Insekten daran verbrennen können.
Wichtig ist die Hygiene: Das Wasser täglich wechseln und die Schale mit heißem Wasser reinigen – niemals mit Spülmittel oder Chemie, sonst wird die Tränke zur Keimquelle. Der Standort sollte halbschattig und gut einsehbar sein, damit Vögel anschleichende Katzen rechtzeitig bemerken.
Was man besser lässt
- Junge Tiere nicht mitnehmen: Befiederte Jungvögel am Boden sind meist keine Waisen, sondern werden von den Eltern weiter versorgt. Wer sie „rettet", schadet ihnen oft.
- Igeln keine Milch geben: Igel vertragen keine Milch. Im Notfall hilft Wasser und etwas ungesüßtes Katzenfutter.
- Mähroboter nachts ausschalten: Igel, Kröten und Blindschleichen können vor den Geräten nicht fliehen. Der NABU rät, in den Dämmerungs- und Nachtstunden auf Mähroboter zu verzichten. Auch offene Regentonnen und Kellerschächte sollten gesichert werden.
Wann Fachleute gefragt sind
Wirkt ein Tier deutlich geschwächt, verletzt oder orientierungslos, sollte man eine Wildtierauffangstation kontaktieren – sie kann einschätzen, ob wirklich Hilfe nötig ist. Ansprechpartner vermitteln der NABU, örtliche Tierheime oder das Veterinäramt. Wer den Garten naturnah gestaltet – mit Sträuchern, Reisighaufen und heimischen Pflanzen –, bietet Wildtieren ohnehin das ganze Jahr über Schatten und Schutz.



