Bei der Postbank ist ein drohender Arbeitskampf abgewendet. Nach zähen Verhandlungen einigten sich das Unternehmen – eine Tochter der Deutschen Bank – und die Gewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag. Damit wird die bereits laufende Urabstimmung, die den Weg zu Streiks hätte ebnen können, hinfällig.
Mehr Geld in zwei Stufen
Der Abschluss betrifft rund 9.000 Beschäftigte. Zum Auftakt steigen die Gehälter pauschal um 175 Euro im Monat – das entspricht im Schnitt rund 4,5 Prozent. Im Juli 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,9 Prozent. Auszubildende bekommen insgesamt 150 Euro mehr. Der Vertrag läuft über 28 Monate und schafft damit für mehr als zwei Jahre Planungssicherheit auf beiden Seiten.
Zusage für das Filialnetz
Über die reine Lohnfrage hinaus rangen die Gewerkschaften eine Bestandsgarantie für das Vertriebsnetz ab: Mindestens 300 Filialen und 13 digitale Beratungszentren sollen bis März 2028 erhalten bleiben. Für die Beschäftigten war das ein zentrales Anliegen, denn im Bankensektor wird das Filialnetz seit Jahren ausgedünnt – jede Schließung bedeutet auch den Wegfall von Arbeitsplätzen.
Urabstimmung abgebrochen
Verhandelt hatten auf Gewerkschaftsseite ver.di gemeinsam mit den Organisationen Komba und DPVKOM. Sie hatten den Druck zuvor mit der Ankündigung einer Urabstimmung erhöht – dem letzten Schritt vor unbefristeten Streiks. Diese Abstimmung wird nun nicht zu Ende geführt. Stattdessen können die Beschäftigten bis zum 24. Juli über die Annahme des Tarifergebnisses entscheiden.
Für beide Seiten ist der Kompromiss ein Erfolg: Die Gewerkschaften setzten spürbare Verbesserungen durch, ohne zum Arbeitskampf greifen zu müssen, und das Unternehmen bleibt von Streiks verschont, die im Kundengeschäft einer Bank schnell teuer und imageschädlich werden können. Damit endet vorerst eine Phase der Unsicherheit für die Postbank-Belegschaft.



