Sonne hebt die Stimmung – doch zu viel UV-Strahlung ist der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs. In Deutschland ist er die häufigste Krebserkrankung überhaupt, und die Zahl der Betroffenen wächst seit Jahren. Die gute Nachricht: Vorbeugen und früh erkennen ist möglich.
Die Zahlen und die Arten
Mediziner unterscheiden zwei Hauptgruppen. Der weiße (helle) Hautkrebs umfasst vor allem das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Er ist mit Abstand am häufigsten: Laut Krebsinformationsdienst des DKFZ erkranken daran jährlich rund 220.000 Menschen, etwa drei von vier Fällen sind Basalzellkarzinome. Weißer Hautkrebs wächst meist langsam, bildet selten Tochtergeschwülste und ist gut behandelbar.
Deutlich gefährlicher ist der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom. An ihm erkranken laut DKFZ etwa 23.500 Menschen pro Jahr; das Robert Koch-Institut verzeichnete für 2023 rund 27.400 invasive Neuerkrankungen. Das Melanom kann früh streuen und ist für die meisten Hautkrebs-Todesfälle verantwortlich. Zusammen mit weiteren, oft nicht vollständig erfassten Fällen liegt die Gesamtzahl der Neuerkrankungen je nach Erfassung in einer Größenordnung von rund 300.000 bis 350.000 pro Jahr.
Warum die Fälle zunehmen
Der Trend zeigt klar nach oben. Gründe sind die alternde Bevölkerung, ein über Jahrzehnte verändertes Freizeitverhalten mit mehr Sonnenbädern und Urlaubsreisen sowie nicht ausgeheilte Sonnenbrände – besonders solche aus der Kindheit. Hinzu kommt der Klimawandel: Das Bundesamt für Strahlenschutz verweist auf mehr Sonnenstunden und steigende UV-Belastung. Ermutigend ist, dass das Risiko bei nach 1980 Geborenen wieder zu sinken scheint – vermutlich dank bewussteren Umgangs mit der Sonne.
Wie man sich richtig schützt
Den besten Schutz bietet ein Bündel aus Maßnahmen. Die starke Mittagssonne zwischen etwa 11 und 15 Uhr sollte man meiden und den Schatten suchen. Wichtigster Schutz ist Kleidung: ein Hut mit Krempe, ein Shirt und eine Sonnenbrille halten UV-Strahlung zuverlässiger ab als jede Creme.
Unbedeckte Haut gehört eingecremt – mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30, an Strand oder Bergen höher). Entscheidend ist die Menge: Der Krebsinformationsdienst empfiehlt für den ganzen Körper rund vier Esslöffel, aufgetragen etwa 30 Minuten vor dem Sonnenbad und regelmäßig nachgecremt – vor allem nach dem Schwimmen oder Schwitzen. Nachcremen verlängert die Schutzdauer aber nicht. Besonders gilt es, Kinder zu schützen: Ihre Haut ist empfindlicher, Babys gehören gar nicht in die direkte Sonne.
Warnzeichen und Früherkennung
Zur Selbstkontrolle dient die ABCDE-Regel: Asymmetrie, Begrenzung (unscharfer Rand), Colour (mehrere Farbtöne), Durchmesser (größer als etwa fünf Millimeter) und Erhabenheit bzw. Entwicklung (das Mal wächst oder verändert sich). Auffällig ist auch ein Mal, das anders aussieht als alle übrigen. Bei Veränderungen sollte man zeitnah zum Hautarzt. Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening.
Einordnung
Die Zahlen klingen alarmierend, doch Hautkrebs ist gut vermeidbar und in frühen Stadien sehr gut heilbar. Wer UV-Strahlung vernünftig dosiert und seine Haut im Blick behält, muss den Sommer nicht fürchten.



