Deutschlands bekanntestes Bahnprojekt wird erneut teurer: Stuttgart 21 soll nach übereinstimmenden Medienberichten rund drei Milliarden Euro mehr kosten als bislang geplant. Wie t-online unter Berufung auf die dpa berichtet, klettern die Gesamtkosten damit auf etwa 14,5 Milliarden Euro – und die Inbetriebnahme verschiebt sich auf Ende 2031.
Digitalisierung als Kostentreiber
Bahn-Vertreter sollen Kostensteigerung und Terminverzug im Verkehrsausschuss des Bundestags angekündigt haben; eine offizielle Bestätigung durch den Aufsichtsrat steht noch aus. Als Hauptgrund nennt die Bahn die Digitalisierung des Bahnknotens Stuttgart, die sich als deutlich aufwendiger erwiesen habe als gedacht – unter anderem müssen sehr große Mengen an Kabeln neu verlegt und Technikkonzepte überarbeitet werden (General-Anzeiger).
Eine Chronik der Kostenschübe
Stuttgart 21 ist seit Jahren ein Symbol für ausufernde Großprojekte. In den 1990er-Jahren wurde mit gut zwei Milliarden Euro kalkuliert; beim Finanzierungsvertrag 2009 waren es 4,5 Milliarden. Danach stieg der Rahmen mehrfach – über 6,5 (2013), 8,2 (2018) und gut 9 Milliarden (2022) bis zuletzt rund 11,5 Milliarden Euro. Mit der neuen Prognose von 14,5 Milliarden hat sich das Projekt gegenüber der ursprünglichen Planung vervielfacht.
Wer zahlt
Besonders brisant ist die Kostenfrage: Der Finanzierungsvertrag regelt die Aufteilung nur bis zur damaligen Summe von 4,5 Milliarden Euro. Alle darüber hinausgehenden Mehrkosten muss die Deutsche Bahn nach einem Gerichtsurteil allein tragen – eine Klage gegen die Projektpartner (Land, Stadt, Region, Flughafen) war zuvor gescheitert. Das trifft den ohnehin angeschlagenen Konzern hart.
Langer Weg
Auch beim Eröffnungstermin reiht sich Verschiebung an Verschiebung: Ursprünglich war 2019 geplant, dann 2025, dann 2026 – nun Ende 2031. Vom ersten Spatenstich 2010 bis zur Inbetriebnahme werden damit mehr als zwei Jahrzehnte vergangen sein.



