Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt trübt sich weiter ein. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer, ein vielbeachteter Frühindikator auf Basis tausender Unternehmensantworten, ist im Juni erneut gefallen. Wie das Handelsblatt berichtet, planen immer mehr Firmen, Personal abzubauen statt einzustellen.

Industrie und Handel besonders betroffen

Der Stellenabbau zieht sich durch fast alle Branchen, trifft aber Industrie und Handel besonders hart: Dort überwiegen die Abbau- die Aufbaupläne deutlich. Auch bei den Dienstleistern hat sich die Stimmung verschlechtert, vor allem in Zeitarbeit und Tourismus. Eine Ausnahme bildet das Baugewerbe, das seine Belegschaft weitgehend halten will.

„Von Belebung weit entfernt"

Ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe ordnete die Zahlen deutlich ein: Der Arbeitsmarkt bleibe schwach, von einer nachhaltigen Belebung der Beschäftigung sei Deutschland „derzeit noch weit entfernt". Das Barometer hatte bereits in den Vormonaten einen der tiefsten Werte seit der Corona-Pandemie erreicht.

Passend zur schwachen Konjunktur

Der Trend deckt sich mit den offiziellen Daten: Die Bundesagentur für Arbeit meldete für Mai rund 2,95 Millionen Arbeitslose bei einer Quote von 6,3 Prozent. Vorstandschefin Andrea Nahles konstatierte, die übliche Frühjahrsbelebung sei in diesem Jahr ausgeblieben.

Ausblick

Ökonomen verweisen auf ein Bündel von Ursachen: geopolitische Unsicherheit, schwache Exportnachfrage, hohe Energiekosten und eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft. Da das Ifo-Barometer als verlässlicher Vorlaufindikator gilt, deutet seine Schwäche darauf hin, dass eine schnelle Trendwende am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten unwahrscheinlich ist.