Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will das Elterngeld umbauen. Wie unter anderem die Oldenburger Onlinezeitung berichtet, sollen Paare die maximale Bezugsdauer von 14 Monaten künftig nur dann erhalten, wenn sie die Elternzeit hälftig aufteilen – also beide Elternteile je sieben Monate übernehmen.
Von zwei auf sieben Monate
Bislang reicht es, dass der zweite Elternteil – meist der Vater – zwei der 14 Monate nimmt, damit das Paar den vollen Anspruch behält. Diese „Partnermonate" gibt es seit Einführung des Elterngelds 2007, um Väter zur Beteiligung zu bewegen. Pries Plan würde die Hürde deutlich anheben: Wer alle 14 Monate ausschöpfen will, müsste die Betreuung zu gleichen Teilen aufteilen.
Familienpolitik und Sparziel zugleich
Mit dem Vorhaben verfolgt Prien zwei Ziele. Zum einen rahmt sie es als Gleichstellungsmaßnahme: Mehr Väterbeteiligung erleichtere Müttern die Rückkehr in den Beruf. Zum anderen geht es ums Geld. Das Familienministerium muss zum Haushalt 2027 einen Sparbeitrag leisten; laut Handelsblatt sollen rund 350 Millionen Euro davon beim Elterngeld erbracht werden. Da viele Väter eine so lange Auszeit voraussichtlich nicht nehmen, würden Paare den vollen Anspruch seltener ausschöpfen – das senkt die Kosten.
Was bleiben soll
An der Leistungshöhe will Prien dem Vernehmen nach nicht rütteln: Das Elterngeld soll weiterhin 65 Prozent des Nettoeinkommens betragen, mit Mindest- und Höchstbeträgen wie bisher. Auch die Einkommensgrenze für den Bezug soll bestehen bleiben.
Kritik von SPD und Fachleuten
Aus dem Koalitionspartner SPD kommt Widerstand: Kürzungen bei Familien lehnten mehrere Abgeordnete ab; Familienpolitik dürfe nicht zum Sparposten werden. Auch Fachleute mahnen, eine Reform solle die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern, statt vor allem den Haushalt zu entlasten. Endgültig entschieden ist nichts: Konkrete Beschlüsse werden erst nach dem Koalitionsausschuss erwartet – bis dahin kann sich am Plan noch einiges ändern.



