Ein Umzug ist stressig genug – Kisten packen, ummelden, und dafür sorgen, dass die Post der neuen Adresse folgt. Für Letzteres gibt es den Nachsendeauftrag der Deutschen Post. Genau hier aber lauert im Internet eine Kostenfalle, vor der Verbraucherschützer und Polizei-Präventionsstellen seit Langem warnen.

Das Problem: viel Geld für einen günstigen Dienst

Im Netz tummeln sich Portale, die wie der offizielle Post-Dienst aussehen, in Wahrheit aber nur vermitteln – und dafür kräftig aufschlagen. Sie nehmen den Nachsendeauftrag entgegen, reichen ihn an die Deutsche Post weiter und verlangen dafür ein Vielfaches der eigentlichen Gebühr. Die Verbraucherzentrale warnt seit Jahren vor solchen Vermittlungsseiten. Rechtlich bewegen sich die Betreiber oft in einem Graubereich: Der Dienst wird ja erbracht – nur eben zu einem intransparenten, überhöhten Preis.

Wie die Masche funktioniert

Der wichtigste Trick ist die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Über bezahlte Anzeigen – bei Google mit „Anzeige" oder „Gesponsert" markiert – erscheinen die Portale häufig ganz oben, noch über dem echten Treffer der Post. Wer schnell klickt, landet leicht beim falschen Anbieter. Optisch ahmen die Seiten den Auftritt der Post nach: viel Gelb, Briefsymbole, ein amtlich wirkendes Layout. Der reine Vermittlungscharakter wird im Bestellvorgang gern verschleiert; teils sollen Kundinnen und Kunden sogar auf ihr Widerrufsrecht verzichten, weil die Leistung angeblich „sofort beginnt".

So viel kostet der echte Auftrag

Bei der Deutschen Post selbst ist der Nachsendeservice vergleichsweise günstig: Online liegt der Preis für ein halbes Jahr bei rund 32 Euro, in der Filiale kommen einige Euro hinzu. Die dubiosen Vermittlungsportale verlangen für exakt dieselbe Leistung ein Mehrfaches – nicht selten mehr als das Doppelte oder Dreifache. Bezahlt wird also vor allem die geschickte Platzierung in der Suchmaschine, nicht ein besserer Service.

So schützen Sie sich

Ein paar einfache Regeln bewahren vor der Falle:

  • Direkt zur Post: Offiziell ist nur die Adresse der Deutschen Post (deutschepost.de). Am sichersten tippt man sie selbst in die Adresszeile, statt den ersten Google-Treffer anzuklicken.
  • Domain und Zusätze prüfen: Endungen wie „.info" oder „.online" und Zusätze wie „-service" oder „-direkt" sind ein Warnsignal.
  • Preis-Check: Werden deutlich mehr als rund 30 Euro für sechs Monate verlangt, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein überteuertes Fremdportal.
  • Impressum lesen: Dort muss die Deutsche Post AG stehen. Taucht eine unbekannte Firma auf, besser abbrechen.
  • Widerrufsrecht: Bei Verträgen im Internet gilt das 14-tägige Widerrufsrecht; ein erzwungener Verzicht darauf ist unwirksam.

Wer bereits in die Falle getappt ist und zu viel gezahlt hat, kann sich an die Verbraucherzentrale wenden. Gegen einzelne Anbieter sind Verbraucherschützer in der Vergangenheit bereits erfolgreich vorgegangen – doch der beste Schutz bleibt, den Auftrag gleich beim richtigen Absender zu erteilen.