Manche Planeten sind so dicht wie Gestein, andere wie Gas – und zwei neu entdeckte Welten sind kaum dichter als Zuckerwatte. Sie gehören zu den „flauschigsten" Planeten, die je gefunden wurden.
Zwei Welten um TOI-791
Aufgespürt wurden die beiden Exoplaneten mit dem NASA-Weltraumteleskop TESS. Sie umkreisen den sonnenähnlichen Stern TOI-791, der rund 1.100 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt. Das Bemerkenswerte ist ihre extrem geringe Dichte: Der innere Planet ist ungefähr so groß wie der Jupiter, bringt aber nur etwa drei Prozent von dessen Masse auf die Waage. Der äußere ist sogar noch größer als Jupiter – und hat dennoch nur knapp sechs Prozent seiner Masse.
Warum „Wattebausch"?
Solche Himmelskörper nennen Fachleute „super-puffs", auf Deutsch sinngemäß Wattebausch-Planeten. Ihr Name beschreibt eine Paradoxie: Sie haben gewaltige Durchmesser, aber kaum Gewicht. Der Grund liegt in ihrem Aufbau. Statt eines großen festen Kerns besitzen sie offenbar nur einen kleinen Kern, umgeben von einer riesigen, weit aufgeblähten Gashülle. Das Ergebnis ist eine Dichte, die selbst die des ohnehin schon leichten Saturn weit unterbietet – Saturn würde bekanntlich auf Wasser schwimmen.
Geduldige Detektivarbeit
Entdeckt werden Exoplaneten mit TESS über die sogenannte Transitmethode: Zieht ein Planet vor seinem Stern vorbei, verdunkelt er ihn für kurze Zeit ein winziges Stück. Über sieben Jahre hinweg sammelte das Teleskop Daten zu diesem System. Weil sich die beiden Planeten auf ihren Bahnen gegenseitig anziehen und dadurch ihre Umlaufzeiten leicht schwanken, konnten die Forschenden aus diesen Schwankungen die Massen berechnen – und so die erstaunliche Leichtigkeit belegen.
Ein Rätsel für die Theorie
Für die Wissenschaft sind die beiden Welten mehr als eine Kuriosität. Wie ein Planet so groß und zugleich so leicht werden kann, ist bislang nicht vollständig verstanden. Dass gleich zwei solcher Wattebausch-Planeten in ein und demselben System auftreten, macht den Fund besonders wertvoll: Er liefert ein seltenes Labor, um zu studieren, wie Planeten entstehen, ihre Atmosphären entwickeln – und warum manche von ihnen am Ende so federleicht sind.



