Der Nachthimmel hält auch im Hochsommer kleine Schauspiele bereit – man muss nur wissen, wann man hinsehen muss. Eines der reizvollsten lässt sich im Juli mehrfach beobachten: die Sternbedeckung durch den Mond.

Was dabei passiert

Auf seiner Bahn um die Erde wandert der Mond beständig vor dem Sternenhintergrund entlang. Schiebt er sich dabei genau vor einen Stern, verdeckt er ihn für kurze Zeit – Astronomen sprechen von einer Sternbedeckung. Besonders eindrucksvoll ist der Moment am unbeleuchteten Mondrand: Dort verschwindet der Stern schlagartig, wie von einem Schalter ausgeknipst, weil der Mond keine Atmosphäre hat, die das Licht allmählich dämpfen würde.

Die Termine im Juli 2026

Laut Spektrum der Wissenschaft bieten sich im Juli mehrere Gelegenheiten. Den hellsten Stern bedeckt der Mond am 18. Juli: Ypsilon Leonis im Sternbild Löwe leuchtet mit einer Helligkeit von 4,3 Magnituden und ist damit auch im kleinen Fernrohr gut zu fassen. Schon zu Monatsbeginn, am 5. und 6. Juli, verschwinden lichtschwächere Sterne in den Sternbildern Wassermann und Fische hinter dem Mondrand – darunter eine sogenannte streifende Bedeckung, bei der der Stern am zerklüfteten Rand mehrfach auftauchen und wieder verschwinden kann. Den Abschluss bildet am 26. Juli ein enges Sternpaar im Schützen.

So gelingt die Beobachtung

Man braucht keine Sternwarte. Schon ein Fernglas oder ein kleines Teleskop mit wenigen Zentimetern Öffnung genügt für die helleren Ereignisse. Wichtig ist die Vorbereitung: Man sollte den betreffenden Stern vorab am Himmel aufsuchen und genau wissen, wo der Mond sich ihm nähert. Hilfreich sind Planetariums-Programme und spezielle Vorhersagewerkzeuge, die anzeigen, von welchem Ort aus und zu welcher Minute eine Bedeckung sichtbar ist – denn das hängt stark vom Standort ab.

Mehr als ein hübscher Anblick

Sternbedeckungen sind nicht nur schön anzusehen, sie haben auch wissenschaftlichen Wert. Wer den exakten Zeitpunkt misst, liefert Daten, die etwa zur genauen Bestimmung von Sternpositionen oder zur Vermessung von Doppelsternen beitragen. Ähnliche Beobachtungen – wenn nicht der Mond, sondern ein Asteroid einen Stern bedeckt – haben in der Vergangenheit sogar geholfen, ferne Himmelskörper zu vermessen. Für den Einstieg aber reicht die pure Neugier: ein klarer Abend, ein Fernglas und der Blick nach oben.