Sonne, Strand, Meer – das klassische Bild vom Sommerurlaub bekommt Risse. Der Klimawandel macht viele beliebte Ziele unbequemer und mancherorts auch gefährlicher.

Hitze als unterschätztes Risiko

Europa erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt, und gerade der Mittelmeerraum bekommt das zu spüren. In Metropolen wie Madrid, Athen oder Rom heizen sich versiegelte Innenstädte besonders stark auf. Für Urlauber bedeutet anhaltende Extremhitze mehr als Unbehagen: Hitzeerschöpfung und Hitzschlag sind reale Gefahren, vor allem für ältere Menschen, Herz-Kreislauf-Patienten und kleine Kinder. Fachleute raten, die heißesten Tagesstunden zu meiden, viel zu trinken und die Reisezeit gegebenenfalls in die mildere Vor- oder Nachsaison zu verlegen.

Feuer, Wasser und wackelige Berge

Mit der Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr. In Südeuropa kommt es immer häufiger zu großen Bränden, deren Rauch auch Urlaubsregionen erreichen kann. An den Küsten sorgt wärmeres Wasser für andere Probleme: Es begünstigt die Vermehrung von Blaualgen und bestimmten Bakterien, die Magen-Darm-Erkrankungen auslösen können. Und selbst in den Bergen wächst das Risiko – tauender Permafrost und schmelzende Gletscher machen manche Routen in den Alpen instabiler, worauf Bergsportverbände ausdrücklich hinweisen.

Neue Mücken, neue Krankheiten

Ein eher unauffälliges, aber wachsendes Risiko ist die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke. Die wärmebegünstigte Art breitet sich in Europa immer weiter nach Norden aus und kann Krankheitserreger wie Dengue- oder Chikungunya-Viren übertragen. Vereinzelte örtliche Übertragungen gab es zuletzt auch in Mitteleuropa. Auch in Teilen Deutschlands, etwa am Oberrhein, ist die Mücke inzwischen heimisch. Ein Grund zur Panik ist das nicht – wohl aber, sich über Mückenschutz und gegebenenfalls nötige Reiseimpfungen zu informieren.

Vorbereitet in den Urlaub

Wegbleiben muss deshalb niemand. Wer aber informiert plant, reist entspannter: das Ziel und die Reisezeit bewusst wählen, auf Hitze und Sonnenschutz achten, sich über die Lage vor Ort (Brände, Wasserqualität) auf dem Laufenden halten und den Impf- und Versicherungsschutz prüfen. Der Klimawandel verändert, was Sommerurlaub bedeutet – mit etwas Vorsorge bleibt er trotzdem das, was er sein soll: Erholung.