Er ist nur etwa einen Zentimeter groß, hat aber großen Hunger: Der Japankäfer (Popillia japonica) breitet sich in Europa aus und rückt immer näher an Deutschland heran. Wie Spektrum der Wissenschaft berichtet, gilt die aus Japan stammende Art als gefährlicher Pflanzenschädling – in der EU als prioritärer Quarantäneschädling eingestuft.
Warum er so gefährlich ist
Der Käfer ist an seinem metallisch grün schimmernden Körper und an weißen Haarbüscheln entlang des Hinterleibs zu erkennen. Als ausgewachsenes Tier frisst er an Hunderten Pflanzenarten – darunter Weinreben, Obstbäume, Mais, Rosen und Linden. Seine Larven leben im Boden und schädigen Graswurzeln, was Rasen-, Sport- und Golfflächen zerstören kann. In seiner Heimat halten natürliche Feinde ihn in Schach – in Europa fehlen diese.
Von Italien bis vor die Haustür
Etabliert ist der Japankäfer seit Jahren in Norditalien. Von dort hat er sich in die Schweiz vorgearbeitet, wo inzwischen mehrere Kantone betroffen sind. Seit 2024 gibt es auch in Deutschland erste abgegrenzte Befallsgebiete – zuerst im Raum Freiburg, später ein weiteres in Hessen (Julius Kühn-Institut). Verbreitet wird er vor allem unfreiwillig durch den Menschen: versteckt im Reisegepäck, in Topfpflanzen oder Grünschnitt, transportiert per Auto, Bahn und Fracht.
Was getan wird – und was Sie tun können
Die Behörden setzen auf Monitoring mit Lockstofffallen, Meldepflicht und abgegrenzte Befalls- und Pufferzonen mit strengen Auflagen. Der wichtigste Beitrag der Bevölkerung ist Aufmerksamkeit: Wer einen verdächtigen Käfer mit dem typischen Haarbüschel-Muster entdeckt, sollte ihn fotografieren oder einsammeln und dem Pflanzenschutzdienst des Bundeslandes melden. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem harmlosen heimischen Gartenlaubkäfer, dem die weißen Büschel fehlen. Und: keine Pflanzen, Erde oder Grünschnitt aus Befallsgebieten mitnehmen.



