Will Daniel Günther einmal nach Berlin? Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein (CDU) gibt darauf bewusst keine eindeutige Absage. In einem Interview ließ er erkennen, dass er eine Kanzlerkandidatur nicht ausschließt – auch wenn sein erklärtes Ziel zunächst eine weitere Amtszeit in Kiel ist. Auf die Frage nach einem Wechsel in die Bundespolitik sagte er sinngemäß, er wolle „auf keinen Fall Minister und am liebsten Ministerpräsident" bleiben (dpa-Meldung). Eine Kandidatur fürs Kanzleramt schloss er damit nicht aus.

Der Schleswig-Holstein-Stil

Günther regiert in Kiel seit 2022 in einem schwarz-grünen Bündnis – bundesweit eine Seltenheit, die er als Erfolgsmodell pflegt. Sein Politikstil ist betont pragmatisch und ausgleichend: weniger Lagerkampf, mehr Zusammenarbeit. Damit setzt er sich von einem stärker konfrontativen Kurs in der Bundes-CDU ab und wirbt dafür, dass die Union auch für Wählerinnen und Wähler attraktiv bleibt, die zu den Grünen tendieren.

Klare Abgrenzung von der AfD

Wiederholt hat Günther betont, dass er eine Zusammenarbeit mit der AfD strikt ausschließt. Eine punktuelle Annäherung von Teilen der Union an die AfD im Bundestag hatte er zuvor kritisiert: Sie habe nicht geholfen, sondern die politischen Ränder gestärkt. Diese Haltung macht ihn innerhalb der Partei zu einer eigenständigen Stimme.

Erst Kiel, dann vielleicht mehr

Bei der Landtagswahl 2027 will Günther erneut als Spitzenkandidat antreten. Ob aus dem Kieler Regierungschef einmal ein Kanzlerkandidat wird, ist offen – mit seinem Interview hat er die Tür jedenfalls nicht zugeschlagen.