Ein Böschungsbrand im Gleisbereich des Stuttgarter Hauptbahnhofs hat am Samstag den Bahnbetrieb am größten Eisenbahnknoten Baden-Württembergs vorübergehend lahmgelegt.
Feuer im Gleisvorfeld
Nach Angaben von Deutscher Bahn und Bundespolizei brannte zur Mittagszeit eine Böschungsfläche an den Gleisanlagen. Die starke Rauchentwicklung über den Gleisen zwang die Bahn, den Zugverkehr einzustellen. Die Löscharbeiten waren schwierig, weil die Brandstelle für Einsatzfahrzeuge nur schwer erreichbar war – die Bahn stellte eigens einen Zug bereit, mit dem die Feuerwehr direkt zum Brandort gebracht wurde. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor.
Fern-, Nah- und S-Bahn-Verkehr betroffen
Von der Sperrung waren alle Zuggattungen betroffen: S-Bahnen, Regionalzüge sowie ICE- und IC-Verbindungen konnten den Hauptbahnhof nicht planmäßig erreichen oder verlassen. Ein Teil des Fernverkehrs wurde über Esslingen am Neckar umgeleitet. Reisende mussten mit Ausfällen, Verspätungen und Fahrplanänderungen rechnen. Am Nachmittag gab die Bahn die Strecken nach dem Löschen des Feuers schrittweise wieder frei.
Ursache offen – zweiter Vorfall in kurzer Zeit
Die Brandursache ist noch nicht geklärt; die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Auffällig ist, dass bereits am Vortag ein Vegetationsbrand im Stuttgarter Gleisbereich den Verkehr gestört hatte – dort war ein Kurzschluss an einer Oberleitung als Auslöser festgestellt worden. Ob hinter dem Samstagsbrand ein technischer Defekt steckt oder die anhaltende Hitze und Trockenheit die ausgedörrte Böschungsvegetation entzündet hat, blieb zunächst unklar. Vertrocknetes Gras an Bahnböschungen kann sich bei Funkenflug oder Oberleitungsschäden in heißen, trockenen Wochen rasch entzünden.



