Die Bilanz der Erdbebenkatastrophe in Venezuela wird von Stunde zu Stunde schwerer. Drei Tage nach dem verheerenden Doppelbeben im Nordwesten des Landes ist die Zahl der bestätigten Todesopfer deutlich gestiegen.

Mehr als 1400 Tote

Nach Angaben von Jorge Rodríguez, dem Präsidenten der venezolanischen Nationalversammlung, sind inzwischen 1430 Menschen ums Leben gekommen (Stand Samstagabend). Mehr als 3200 Menschen wurden verletzt. Über ein Internetportal zur Suche nach Angehörigen gelten derzeit mehr als 55.000 Personen als vermisst – diese Angabe lässt sich allerdings nicht unabhängig überprüfen und dürfte auch Doppelmeldungen enthalten.

Mehr als 380 Wohnhäuser und 13 Krankenhäuser wurden nach Behördenangaben zerstört oder schwer beschädigt. Besonders hart traf es den Küstenstaat La Guaira nördlich von Caracas.

Hilfe aus Deutschland

Inmitten der Trümmer läuft ein internationaler Rettungseinsatz. Auch Deutschland ist beteiligt: Ein 48-köpfiges Team des Technischen Hilfswerks (THW) ist in der Nacht am Flughafen von Caracas gelandet und arbeitet mit internationalen Partnern zusammen. Über 70.000 Familien wurden nach offiziellen Angaben bereits mit Nothilfe unterstützt.

Suche gegen die Zeit

Das Beben hatte sich am 24. Juni ereignet – zwei Erdstöße der Stärken 7,2 und 7,5 im Abstand von nur wenigen Sekunden. Drei Tage später ist die statistisch kritische Phase für Verschüttete längst überschritten; mit jeder Stunde sinken die Überlebenschancen. Dennoch geben die Rettungskräfte nicht auf und bergen immer wieder Überlebende aus den Trümmern. Für die Angehörigen der Vermissten bleibt es ein quälendes Warten.