Es ist ein historischer Moment für den deutschen Boxsport: Agit Kabayel aus Bochum ist Schwergewichts-Weltmeister des Verbands WBC.

Der erste seit Schmeling

Mit dem grünen Gürtel des WBC ist Kabayel nach eigenen Worten der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling – und damit der erste seit 94 Jahren. Schmeling hatte den Titel zuletzt 1932 gehalten. „Ich bin unglaublich stolz", schrieb Kabayel nach der Bekanntgabe. „Worte können nicht beschreiben, was ich gerade fühle."

Titel ohne Titelkampf

Der Weg an die Spitze führte diesmal nicht über einen Kampf im Ring: Der ukrainische Ausnahmeboxer Oleksandr Usyk gab den WBC-Gürtel zurück, woraufhin der Weltverband Kabayel zum neuen Titelträger bestimmte. Ein direktes Duell der beiden war zuvor trotz Kabayels öffentlicher Bemühungen nicht zustande gekommen. Die WBC begründete die Entscheidung mit Kabayels sportlichem Werdegang, der ihn als legitimen Anwärter auswies.

Ein Champion aus dem Ruhrgebiet

Kabayel, der seine kurdischen Wurzeln offen betont, steht für eine Boxerkarriere aus dem Ruhrgebiet. Dass ausgerechnet in Bochum – einer Stadt mit rauer Industriegeschichte – wieder ein Weltmeister zu Hause ist, passt zur Geschichte des Sports in der Region.

Der WBC zählt zu den vier großen Boxverbänden; sein Titel im Schwergewicht gilt als einer der prestigeträchtigsten überhaupt. Für den deutschen Boxsport, der lange auf einen Schwergewichts-Champion gewartet hat, ist Kabayels Erfolg ein Signal des Aufbruchs.