Strom ist im Haushalt allgegenwärtig – und genau deshalb eine der größten Brandgefahren. Nach Auswertungen des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) geht rund ein Drittel aller Gebäudebrände in Deutschland auf Elektrizität zurück – damit ist sie die häufigste Einzelursache, noch vor menschlichem Fehlverhalten.

Typische Auslöser

Besonders riskant sind Geräte, die lange und oft unbeaufsichtigt laufen – Kühl- und Gefriergeräte sowie Wäschetrockner. Staub im Inneren, geknickte Kabel oder blockierte Lüftungsschlitze können einen Hitzestau verursachen. Ein Klassiker ist die überlastete Mehrfachsteckdose: Wer mehrere starke Verbraucher an eine Leiste hängt oder Verlängerungskabel hintereinanderschaltet, riskiert überhitzte Leitungen. Alte Installationen, die heute unter viel höherer Last stehen als einst geplant, sind dafür besonders anfällig.

Schnell wachsend ist die Gefahr durch Lithium-Ionen-Akkus in Smartphones, Laptops und E-Bikes. Minderwertige Ladegeräte, beschädigte Zellen oder das Laden unter der Bettdecke können einen „thermischen Durchgehen" genannten Effekt auslösen – eine Kettenreaktion, bei der der Akku schlagartig Feuer fängt. Die Initiative Rauchmelder retten Leben des Deutschen Feuerwehrverbands warnt vor steigenden Fallzahlen.

Warnzeichen ernst nehmen

  • Warme oder verfärbte Steckdosen und Schalter deuten auf zu hohe Ströme oder schlechte Kontakte hin.
  • Flackerndes Licht kann auf lockere Klemmen oder einen überlasteten Stromkreis hinweisen.
  • Schmorgeruch ist immer ein Alarmsignal – Sicherung abschalten, Fachbetrieb rufen.
  • Eine Sicherung, die ständig herausfliegt, zeigt eine dauerhafte Überlastung an.

So schützt man sich

  • FI-Schutzschalter (RCD): Er trennt den Stromkreis in Millisekunden, wenn Strom auf falschem Weg abfließt. In Neubauten Pflicht, in Altbauten unbedingt nachrüsten.
  • E-Check: Eine regelmäßige Prüfung der Anlage durch einen Elektrofachbetrieb deckt versteckte Mängel auf.
  • Akkus richtig laden: nur Original- oder zertifizierte Ladegeräte, nie unbeaufsichtigt oder auf brennbarem Untergrund; beschädigte Akkus sofort aussortieren.
  • Mehrfachsteckdosen nicht für Hochlastgeräte und nie hintereinander nutzen; ungenutzte Geräte ganz vom Netz trennen.
  • Rauchmelder sind bundesweit Pflicht – regelmäßig testen und spätestens nach zehn Jahren ersetzen.

Wer diese Grundregeln beherzigt, schützt sich vor einer der häufigsten und zugleich vermeidbarsten Brandursachen im Haushalt.