Die Welt verliert eine der markantesten Stimmen des Rockzeitalters: David Clayton-Thomas, langjähriger Sänger der Band Blood, Sweat and Tears, ist im Alter von 84 Jahren in Toronto gestorben. Das berichtet unter anderem das US-Magazin Variety. Eine Todesursache nannte die Familie nicht.
Vom schweren Start zum Rockstar
Geboren 1941 im englischen Surrey als David Henry Thomsett, wuchs er später in Kanada auf – unter schwierigen Verhältnissen. Über die Bühnen der Klubs von Toronto und unter Förderung des Rock-’n’-Roll-Veteranen Ronnie Hawkins arbeitete er sich nach oben, bis aus dem unsteten jungen Mann ein Sänger von außergewöhnlicher Kraft wurde.
Der große Wurf von 1969
1968 stieß Clayton-Thomas zur New Yorker Jazzrock-Formation Blood, Sweat and Tears – und gab ihr die Stimme, die ihrem Bläser-Sound Erdung und Wucht verlieh. Das 1969 erschienene, selbstbetitelte Album wurde ein Welterfolg: millionenfach verkauft, an der Spitze der US-Charts und ausgezeichnet mit dem Grammy als „Album des Jahres" – vor den Beatles und ihrem Album „Abbey Road". Drei Singles, darunter der von Clayton-Thomas geschriebene Klassiker „Spinning Wheel", erreichten Platz zwei der US-Charts (Ultimate Classic Rock).
Jazz trifft Rock
Was die Band besonders machte, war die bewusste Verschmelzung von Rock, Soul, Blues und Jazz – getragen von einem vollen Bläsersatz. Clayton-Thomas’ Bariton konnte schmeicheln und schmettern; er gab dem Brass-Rock ein Gesicht und prägte den Sound einer Ära.
Ein bewegtes Musikerleben
1972 verließ er die Band, kehrte später aber mehrfach zurück und blieb ihr über Jahrzehnte verbunden. Daneben veröffentlichte er zahlreiche Soloalben. In seiner Wahlheimat Kanada wurde er vielfach geehrt, unter anderem mit einem Stern auf dem Walk of Fame. Mit ihm verstummt eine Stimme, die bewies, dass große Kunst auch aus schweren Anfängen erwachsen kann.



