Der Stuttgarter Technologiekonzern Robert Bosch erlebt einen unerwarteten Wechsel an der Spitze: Stefan Hartung legt den Vorsitz der Geschäftsführung zum 30. Juni nieder – auf eigenen Wunsch, wie heise berichtet. Schon am 1. Juli übernimmt sein bisheriger Stellvertreter Christian Fischer.
Ein Abgang zur Unzeit
Das Timing überrascht: Hartungs Vertrag war erst im Herbst 2025 verlängert worden. Der 60-Jährige begründete den Schritt nach über 20 Jahren bei Bosch mit dem Erreichen wichtiger Etappen; offiziell ist von neuen Aufgaben außerhalb des Konzerns die Rede. Hartung war seit Anfang 2022 Vorsitzender – und führte das Unternehmen durch eine der schwierigsten Phasen der Zuliefererbranche.
Der Nachfolger kommt aus dem Haus
Christian Fischer ist im Konzern kein Unbekannter: Er begann seine Laufbahn 1996 bei Bosch, kehrte 2018 in die Geschäftsführung zurück und verantwortete zuletzt das Konsumgütergeschäft. Auch der bislang größte Zukauf der Firmengeschichte – das milliardenschwere Klima- und Lüftungsgeschäft von Johnson Controls und Hitachi – fiel in seinen Bereich (Stuttgarter Nachrichten).
Schwieriges Erbe
Fischer übernimmt in der Krise: 2025 schrieb Bosch den ersten Nettoverlust seit 2009. Hohe Umbaukosten, die schwache Autokonjunktur, die zähe E-Mobilitätswende und der Druck asiatischer Konkurrenz belasten den Konzern. Bosch hat ein hartes Sparprogramm aufgelegt; in der Autozuliefersparte sollen über die kommenden Jahre Zehntausende Stellen wegfallen. Der neue Chef muss diesen Umbau fortführen – mit offenem Ausgang.



