Es war ein Familienurlaub mit tödlichem Ausgang: Eine vierköpfige Familie aus Hamburg – die Eltern und ihre beiden kleinen Kinder – starb im November 2025 in einem Hotel im Istanbuler Stadtteil Fatih. Nun hat ein türkisches Gericht im Prozess um ihren Tod Urteile gefällt. Wie die Rhein-Zeitung unter Berufung auf die dpa berichtet, wurden vier Angeklagte zu langen Haftstrafen verurteilt.

Die Todesursache: ein Pestizid

Zunächst war von einer möglichen Lebensmittelvergiftung die Rede. Gutachten ergaben jedoch, dass ein hochgiftiges Gas die Ursache war, das durch ein unsachgemäß eingesetztes Schädlingsbekämpfungsmittel freigesetzt worden war. Eine Firma hatte das Mittel kurz zuvor im Hotel ausgebracht – unterhalb des Zimmers, in dem die Familie übernachtete (Euronews).

Das Urteil

Vor dem zuständigen Istanbuler Schwurgericht standen sechs Angeklagte. Vier von ihnen – der Hotelbetreiber, die beiden Verantwortlichen der Schädlingsbekämpfungsfirma sowie ein Mitarbeiter – wurden wegen fahrlässiger Tötung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt; die längsten lagen den Berichten zufolge bei rund 18 Jahren. Zwei weitere Angeklagte wurden freigesprochen. Aus Pietät gegenüber den Opfern verzichtet diese Redaktion auf die Nennung von Namen.

Noch nicht rechtskräftig

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig: Die Verurteilten können Berufung einlegen, dann prüft eine höhere Instanz den Fall. Die Angehörigen der Opfer hatten über ihren Anwalt eine schärfere rechtliche Einstufung angestrebt; dieser Auffassung folgte das Gericht nicht. Der Fall hatte in Deutschland und der Türkei große Anteilnahme ausgelöst.