Seit 2002 zieren stilisierte Brücken und Fenster die Euro-Banknoten – architektonische Fantasiemotive, die kein reales Vorbild haben, damit kein Land bevorzugt wird. Nach über zwei Jahrzehnten will die Europäische Zentralbank (EZB) das ändern und den Schein erstmals grundlegend neu gestalten. Wie die EZB mitteilt, sollen die neuen Noten konkrete Motive tragen – und die Bevölkerung darf mitreden.

Zwei Themen zur Auswahl

Der EZB-Rat hat nach einer Bürgerbefragung zwei Gestaltungsthemen in die engere Wahl genommen: zum einen die europäische Kultur, illustriert durch bedeutende Persönlichkeiten und Kulturstätten (genannt wurden etwa Marie Curie, Ludwig van Beethoven oder Maria Callas); zum anderen das Thema Flüsse und Vögel als Sinnbild für die Vielfalt und Verbundenheit Europas (Bundesbank).

Wie Europa mitentscheidet

Die Themenauswahl beruht bereits auf einer breiten Online-Befragung, an der sich Hunderttausende Menschen beteiligten. Nun läuft ein europaweiter Designwettbewerb für Grafikerinnen und Grafiker; aus den Einreichungen wählt eine Jury Finalisten-Entwürfe aus. Im weiteren Verlauf sollen die Bürgerinnen und Bürger erneut ihre Präferenzen äußern können. Die endgültige Entscheidung über Thema und Design trifft der EZB-Rat – voraussichtlich gegen Ende 2026.

Wann die Scheine kommen

Bis die neuen Banknoten tatsächlich im Umlauf sind, dürften nach der Designentscheidung noch einige Jahre vergehen – die Produktion einer ganzen Serie ist aufwendig. Erhalten bleiben sollen die bekannten Nennwerte und Größen. Neben der optischen Auffrischung geht es der EZB um modernere Sicherheitsmerkmale und bessere Zugänglichkeit, etwa für sehbehinderte Menschen.