Es ist ein vorsichtiger Hoffnungsschimmer im Nahen Osten: Israel und der Libanon haben in Washington ein Rahmenabkommen unterzeichnet, vermittelt von US-Außenminister Marco Rubio. Wie AP/Local10 berichtet, nannte Rubio die Vereinbarung einen ersten Schritt hin zu „dauerhaftem Frieden und Sicherheit" – ausdrücklich aber keinen Friedensvertrag.
Was vereinbart wurde
Im Kern stehen sogenannte Pilotzonen: klar abgegrenzte Gebiete in der Pufferzone, die Israel seit Beginn seiner Bodenoffensive im Südlibanon kontrolliert. Aus diesen Zonen sollen sich israelische Truppen zurückziehen; an ihre Stelle soll die libanesische Armee treten. Unterzeichnet wurde das Dokument von den Botschaftern beider Länder in den USA. Gelingt das Modell, soll es schrittweise auf weitere Gebiete ausgeweitet werden.
Netanjahus Bedingung
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu stellte zugleich klar, dass Israel die Kontrolle über die Pufferzone behalten werde – so lange, bis die Hisbollah entwaffnet sei. Ein vollständiger israelischer Rückzug steht damit vorerst nicht zur Debatte (Times of Israel).
Hintergrund: erneuter Krieg
Das Abkommen folgt auf eine schwere Eskalation: Nach dem Waffenstillstand von Ende 2024 waren die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah Anfang 2026 erneut ausgebrochen, mit israelischen Luftangriffen und einer Bodenoffensive im Südlibanon und vielen Tausend Toten. Erst kürzlich war ein neuer Waffenstillstand vereinbart worden.
Die große offene Frage
Der entscheidende Schwachpunkt: Die Hisbollah war an den Verhandlungen nicht beteiligt und ist keine Vertragspartei. Ob die schwer bewaffnete Miliz die Pilotzonen respektiert und einer Entwaffnung zustimmt, ist offen – und entscheidet darüber, ob aus dem Rahmenabkommen mehr wird als ein Stück Papier. Schon die UN-Resolution 1701 aus dem Jahr 2006 forderte einen Rückzug der Hisbollah aus dem Südlibanon, ohne dauerhaften Erfolg.



