Ein Großeinsatz auf der A8 hat den Verkehr zwischen Stuttgart und München für viele Stunden zum Erliegen gebracht. Auslöser war ein liegen gebliebener Lastzug, der eine hochgefährliche Ladung transportierte – und wegen einer ausgefallenen Kühlung zur Gefahr wurde.

Eine brisante Ladung

Der Lastwagen war mit rund 40.000 Litern organischem Peroxid beladen – einem brennbaren, bei Erwärmung explosionsgefährlichen Stoff. Am Montag blieb das Fahrzeug gegen 15.10 Uhr nahe Wiesensteig liegen, vermutlich wegen eines Defekts im Motorraum. Weil die Kühlung der Ladung ausfiel und die Temperatur zu steigen begann, ließ sich eine Explosion zunächst nicht ausschließen. Erschwerend kam die Hitze und die damit erhöhte Waldbrandgefahr in der trockenen Umgebung hinzu.

Sperrung und Evakuierung

Die Einsatzkräfte reagierten mit einem Großaufgebot. Die A8 in Richtung München wurde zwischen Mühlhausen im Täle und Hohenstadt voll gesperrt, es bildete sich ein kilometerlanger Stau. Aus Sicherheitsgründen wurden nach Angaben des Landkreises rund 300 Menschen aus der nahen Ortschaft Wiesensteig in Sicherheit gebracht; rund um die Einsatzstelle richteten die Kräfte einen weiträumigen Sperrkreis ein. Feuerwehr, Katastrophenschutz und Fachleute arbeiteten daran, die Ladung zu kühlen und so zu stabilisieren.

Entwarnung nach Mitternacht

Gegen 22 Uhr konnten die Einsatzkräfte Entwarnung geben: Das Gefahrgut war ausreichend heruntergekühlt, die Explosionsgefahr gebannt. Die evakuierten Bewohner durften zurückkehren. Kurz nach 23.30 Uhr setzte der Lastzug unter Polizeibegleitung seine Fahrt in Richtung Zielort fort; die Vollsperrung wurde um Mitternacht aufgehoben.

Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Der Fall zeigt, wie schnell eine gewöhnliche Panne zu einer Ausnahmelage werden kann, wenn gefährliche Güter im Spiel sind – und wie aufwendig es ist, eine solche Lage wieder sicher aufzulösen.