Baden bekommt ein neues weinseliges Aushängeschild: Rosa Kost aus Freiburg ist zur neuen Badischen Weinkönigin gekürt worden. Sie tritt die Nachfolge der bisherigen Amtsinhaberin Tina Glur an und wird das Anbaugebiet im kommenden Jahr nach außen vertreten.

Ein Amt mit vollem Terminkalender

Weinhoheiten sind weit mehr als hübsche Fotomotive mit Schärpe und Krönchen. Sie sind gewählte Sprecherinnen ihres Berufsstandes: Sie eröffnen Weinfeste, stehen auf Messen, empfangen Gäste und geben Interviews – und werben dabei landauf, landab für die Weine ihrer Heimat. Für die Badische Weinkönigin summiert sich das über das Amtsjahr auf eine Vielzahl von Terminen im In- und Ausland. Zunehmend geht es dabei nicht nur ums Anstoßen, sondern auch um die Anliegen der Branche: den Klimawandel, den Strukturwandel und den Druck auf kleine Familienbetriebe.

Baden: ein Weinland der Superlative

Das Anbaugebiet, das Rosa Kost nun repräsentiert, ist besonders. Baden ist mit gut 15.000 Hektar Rebfläche das drittgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands und zieht sich in einem langen Band vom Taubertal im Norden bis zum Bodensee im Süden. Eine Besonderheit hebt Baden von allen anderen deutschen Regionen ab: Es ist das einzige, das die EU der wärmeren Weinbauzone B zurechnet – in einer Reihe mit dem Elsass. Entsprechend gedeiht hier der Spätburgunder besonders gut; er macht Baden zu einer der bedeutendsten Landschaften für Pinot Noir überhaupt.

Botschafterin für ein Jahr

Für Rosa Kost beginnt nun ein Jahr voller Auftritte, Reden und Begegnungen – ein Ehrenamt, das Repräsentationstalent, Fachwissen und eine gehörige Portion Ausdauer verlangt. Am Ende soll vor allem eines hängen bleiben: die Lust, einen badischen Wein zu probieren. Wenn das gelingt, hat die neue Weinkönigin ihre wichtigste Aufgabe erfüllt.