Die deutsche Wirtschaft kommt nicht in Schwung, und nun trübt sich der Ausblick weiter ein. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland gesenkt und erwartet für das laufende Jahr nur noch ein Plus von 0,7 Prozent, wie das Handelsblatt berichtet.
Kleine Zahl, deutliche Botschaft
Gegenüber der vorherigen Schätzung nahm der IWF die Erwartung für 2026 um 0,1 Prozentpunkte zurück. Für 2027 rechnet der Fonds mit 1,0 Prozent, hier fiel die Korrektur mit 0,2 Prozentpunkten nach unten größer aus. Beide Werte zeigen: Von einem kräftigen Aufschwung ist Deutschland weit entfernt.
Im internationalen Vergleich fällt die größte Volkswirtschaft Europas zurück. Die Weltwirtschaft soll in diesem Jahr um 3,0 Prozent wachsen, der Euroraum immerhin um 0,9 Prozent. Deutschland bleibt also spürbar unter dem Durchschnitt der eigenen Währungsunion.
Der Iran-Krieg als Bremsklotz
Als wesentlichen Grund für die Abwärtskorrektur nennt der IWF die Folgen des Iran-Kriegs. Durch die Spannungen rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für den Energietransport, sind die Energiepreise gestiegen. Sie liegen nach Angaben des Fonds etwa 25 Prozent höher als vor dem Krieg, wie auch n-tv berichtet.
Für ein Land wie Deutschland, das viel Energie einführt, wirken teure Öl- und Gaspreise wie eine zusätzliche Last. Sie verteuern die Produktion, treiben die Inflation und dämpfen den Konsum. Was geopolitisch weit weg erscheint, schlägt so direkt auf Konjunktur und Preise durch.
Eine Wirtschaft im Dauertief
Die schwache Prognose reiht sich in eine längere Phase der Stagnation ein. Deutschland kämpft seit geraumer Zeit mit einer trägen Konjunktur, hohen Kosten und struktureller Unsicherheit. Ein Wert von deutlich unter einem Prozent bedeutet: Die Wirtschaft tritt weitgehend auf der Stelle, statt spürbar zu wachsen.
Der IWF geht davon aus, dass sich die Lage etwas entspannt, sollte sich die Situation am Golf beruhigen. Verschärft sie sich dagegen weiter, könnte es auch schlechter kommen als vorhergesagt. Für die Bundesregierung erhöht das den Druck, im Inland Wachstumskräfte zu stärken, wo die weltpolitische Lage kaum zu beeinflussen ist.



