Bei Mercedes-Benz stehen die Zeichen im Frühsommer auf Gegenwind. Im zweiten Quartal 2026 verkauften die Stuttgarter 511.900 Autos und Transporter, sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Handelsblatt berichtet. Doch hinter der Gesamtzahl steckt ein zwiespältiges Bild.
China zieht die Bilanz nach unten
Hauptgrund für den Rückgang ist das schwache Geschäft in China. Dort brach der Pkw-Absatz um 30 Prozent ein. Der wichtige Luxusmarkt leidet unter einer gedämpften Nachfrage, wirtschaftlicher Unsicherheit und einem harten Wettbewerb durch heimische Hersteller.
Ohne China sähe die Bilanz deutlich freundlicher aus: Außerhalb der Volksrepublik legte der Gesamtabsatz um drei Prozent zu. In Europa gab es ein Plus von vier Prozent, in Nordamerika sogar von 13 Prozent. Der Einbruch konzentriert sich also stark auf einen einzigen, aber gewichtigen Markt.
Die Kernmarke schwächelt, die Vans halten
In der Pkw-Sparte, dem Herzstück des Konzerns, sank der Absatz um acht Prozent auf 417.800 Fahrzeuge. Etwas stabiler zeigte sich das Geschäft mit Transportern: Die Van-Sparte kam auf 94.100 Einheiten und damit ein leichtes Plus von einem Prozent.
Elektroautos als Lichtblick
Deutlich besser lief es bei den Stromern. Weltweit verkaufte Mercedes 52.900 vollelektrische Fahrzeuge, ein Anstieg um 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Europa fiel das Wachstum mit 87 Prozent noch kräftiger aus.
Der Sprung zeigt, dass die Elektro-Offensive der Marke Fahrt aufnimmt, getragen unter anderem von neuen Modellen. Zwar machen die reinen Elektroautos gemessen am Gesamtabsatz weiter nur einen Teil aus, doch die Wachstumsrichtung ist eindeutig.
Zwischen Umbruch und Gegenwind
Die Zahlen fassen zusammen, in welcher Lage die deutschen Premiumhersteller stecken. Auf der einen Seite drücken China-Schwäche, Handelskonflikte und ein zäher Übergang zwischen alten und neuen Modellen auf die Bilanz. Auf der anderen Seite wächst das Elektrogeschäft, das über die Zukunft der Marke entscheiden dürfte.
Für Mercedes bedeutet das einen schwierigen Balanceakt: Der Konzern muss die Schwäche im wichtigsten Auslandsmarkt verkraften und zugleich genug in die Elektromobilität investieren, um dort nicht den Anschluss zu verlieren. Das zweite Quartal zeigt beides zugleich, den Druck und die Hoffnung.



