Rotes Fruchtfleisch auslöffeln, Schale wegwerfen: So geht es den meisten Wassermelonen im Sommer. Dabei muss der äußere Teil gar nicht in den Müll. Die helle Schicht zwischen dem roten Fruchtfleisch und der harten grünen Rinde ist essbar und lässt sich vielseitig verwenden, wie der Münchner Merkur beschreibt.
Der essbare Teil der Schale
Wichtig ist die Unterscheidung: Die harte, dunkelgrüne Außenrinde ist zäh und wird abgeschnitten. Was bleibt, ist die feste, helle Schicht darunter. Sie schmeckt mild, leicht gurkenartig, und hat kaum Eigengeschmack, nimmt Aromen dafür umso besser auf. Genau das macht sie zur idealen Grundlage für herzhafte Zubereitungen.
In vielen Küchen der Welt ist die Verwertung der Melonenschale längst üblich. Ein guter Grund dafür ist auch die Menge: Ein erheblicher Teil der Frucht besteht aus Schale. Wer sie wegwirft, entsorgt also einiges, was sich noch nutzen ließe.
Ein Kimchi aus Melonenschale
Am beliebtesten ist derzeit das Einlegen nach Art eines Kimchi, des würzig-scharfen koreanischen Gärgemüses. Die Zubereitung ist unkompliziert:
- Die grüne Außenrinde abschneiden, die helle Schicht in mundgerechte Würfel schneiden.
- Die Würfel salzen und etwa eine halbe Stunde ziehen lassen, bis Wasser austritt. Die Flüssigkeit abgießen.
- Eine Würzpaste aus Knoblauch, geriebenem Ingwer, etwas Chili sowie einem Schuss Reisessig und Sojasauce anrühren und mit den Würfeln vermengen.
- Alles in ein sauberes Glas füllen und bei Zimmertemperatur ein paar Tage ziehen lassen, dann im Kühlschrank aufbewahren.
Schon nach zwei bis drei Tagen entwickelt sich ein frischer, säuerlicher Geschmack; wer es kräftiger mag, lässt das Glas länger stehen.
Wer es eilig hat
Auch ohne Fermentieren lässt sich die Schale verwerten. Für ein schnelles Pickle übergießt man die Würfel mit einem heißen Sud aus Essig, Wasser, etwas Zucker und Gewürzen und lässt sie abkühlen. Das Ergebnis ist milder und sofort essbar. Ebenso lässt sich die Schale kurz anbraten, etwa mit Sojasauce und Ingwer, und als Beilage servieren.
Kleiner Aufwand, weniger Abfall
Die Melonenschale zu verwerten, ist kein kulinarisches Kunststück, sondern vor allem eine Frage der Gewohnheit. Es spart Abfall, bringt Abwechslung auf den Teller und passt gut in die heiße Jahreszeit, in der Wassermelonen ohnehin überall zu haben sind. Ein Versuch lohnt sich, und sei es nur, um zu sehen, wie viel Geschmack in einem Teil der Frucht steckt, den sonst kaum jemand beachtet.



