Sie steht in Millionen Fluren und Wohnzimmern, meist unscheinbar in Rot und Weiß, und doch ist sie für viele das Tor zum Internet: die Fritzbox. Das Unternehmen dahinter, AVM aus Berlin, feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Die Geschichte reicht zurück in eine Zeit, in der das Internet, wie wir es kennen, noch gar nicht existierte.
Anfänge im Zeitalter des Bildschirmtexts
Gegründet wurde AVM 1986 in Berlin, wie heise online in einem Rückblick schildert. Am Anfang stand die Idee, den damaligen Bildschirmtext, kurz BTX, einen frühen Onlinedienst der Post, für den Computer nutzbar zu machen. Aus diesen Bastelanfängen wurde bald ein ernstzunehmender Anbieter von Hardware für die Datenübertragung.
In den ISDN-Jahren der 1990er machte sich AVM mit Steckkarten einen Namen, die den PC mit dem digitalen Telefonnetz verbanden. Wer damals von zu Hause ins Netz wollte, kam an AVM kaum vorbei.
Der Durchbruch mit der Fritzbox
Der eigentliche Siegeszug begann mit dem Sprung ins DSL-Zeitalter. Im Jahr 2004 stellte AVM die erste Fritzbox vor, ein Gerät, das Modem und Router vereinte und später auch die Telefonanlage gleich mitbrachte. Der Name „Fritz" und das kompakte, oft rote Gehäuse wurden zum Markenzeichen.
Die Fritzbox traf einen Nerv: Sie war zuverlässig, ließ sich vergleichsweise leicht einrichten und bekam über Jahre regelmäßig neue Funktionen per Software-Update. So wurde aus einem einzelnen Produkt eine ganze Familie von Geräten für Internet, Telefonie und Heimnetz.
Warum gerade in Deutschland
Dass die Fritzbox ausgerechnet in Deutschland zum Quasi-Standard wurde, hat mehrere Gründe. Die breite Verbreitung von DSL spielte AVM in die Hände. Entscheidend war zudem die 2016 eingeführte freie Routerwahl: Seither dürfen Kundinnen und Kunden selbst entscheiden, welches Gerät sie an ihrem Anschluss betreiben, statt ein vom Anbieter vorgeschriebenes Modell nutzen zu müssen. Viele entschieden sich für die Fritzbox.
So wurde der Markenname für zahllose Nutzer zum Synonym für den heimischen Internetzugang, ähnlich wie es andere Marken in ihren Bereichen geschafft haben.
Vom Nischenprodukt zur Institution
Vier Jahrzehnte nach der Gründung ist AVM ein fester Bestandteil der deutschen Techlandschaft, mit Sitz weiterhin in Berlin. Das Kerngeschäft hat sich vom einzelnen Modem längst zu vernetzten Systemen aus Router, Repeatern und Smart-Home-Komponenten gewandelt.
Die Geschichte von AVM erzählt damit auch ein Stück deutscher Digitalgeschichte: von den ersten zaghaften Schritten ins Onlinezeitalter bis zu einer Zeit, in der das WLAN so selbstverständlich geworden ist wie der Stromanschluss. Dass ausgerechnet ein kleiner rot-weißer Kasten dabei zum vertrauten Begleiter wurde, gehört zu den stilleren Erfolgsgeschichten der Branche.



