Es ist das Ende einer olympischen Ära: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat entschieden, die Nordische Kombination aus dem Programm der Winterspiele 2030 in den französischen Alpen zu streichen. Damit verschwindet eine Disziplin, die seit den allerersten Winterspielen dabei war.
Ein Klassiker fällt weg
Die Nordische Kombination, die Verbindung aus Skispringen und Langlauf, gehörte seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix ununterbrochen zum Programm. Nun ist Schluss: Ab 2030 wird sie nicht mehr ausgetragen, wie der ORF berichtet. Der letzte olympische Auftritt der Kombinierer war damit bei den Spielen 2026 in Mailand und Cortina.
Die Begründung des IOC
Das Komitee führt vor allem zwei Argumente an. Zum einen die geringe internationale Verbreitung: Nur wenige Nationen seien konkurrenzfähig, bei den vergangenen vier Spielen hätten lediglich fünf verschiedene Länder Medaillen gewonnen. Zum anderen die vergleichsweise geringe Aufmerksamkeit: Bei den meisten Beliebtheitsindikatoren habe die Nordische Kombination bei den Spielen von Sotschi 2014 bis Mailand-Cortina 2026 den letzten Platz belegt.
Die Rolle der Frauen
Ein weiterer Punkt ist die Gleichstellung. Die Nordische Kombination war zuletzt die einzige rein männliche Disziplin bei den Winterspielen. Zwar tragen die Frauen seit 2020 einen eigenen Weltcup aus, olympisch aber waren sie nie zugelassen. Hätte sich das IOC für einen Verbleib entschieden, wären 2030 aller Voraussicht nach erstmals auch Frauen an den Start gegangen, wie Sky Sport Austria berichtet. Nun kommt es dazu nicht mehr.
Ein harter Schlag, auch für Deutschland
Für den deutschen Wintersport wiegt die Entscheidung besonders schwer, denn die Nordische Kombination war über Jahrzehnte eine deutsche Paradedisziplin mit zahlreichen Olympiasiegen und Weltmeistertiteln. Auch aus Österreich, Norwegen und Japan, den anderen Hochburgen der Sportart, dürfte scharfe Kritik kommen.
Die Verbände hatten zuletzt versucht, das IOC vom Wert der Disziplin zu überzeugen, unter anderem mit Verweis auf den wachsenden Nachwuchsbereich. Durchgesetzt haben sie sich nicht. Für die Athletinnen und Athleten bleibt die bittere Gewissheit, dass ihr Sport die größte Bühne des Wintersports künftig nicht mehr betreten wird, und dass Tradition allein nicht mehr genügt, um im olympischen Programm zu bestehen.



