Es ist einer der beliebtesten Gartentipps überhaupt: den Kaffeesatz vom Frühstück nicht wegwerfen, sondern den Hortensien gönnen. Da ist auch etwas dran, wie der Merkur berichtet. Man sollte nur wissen, wie, und was das Hausmittel nicht leisten kann.

Warum Hortensien Kaffeesatz mögen

Hortensien gehören zu den Pflanzen, die einen leicht sauren Boden bevorzugen. Genau hier setzt Kaffeesatz an: Er wirkt schwach säuernd und senkt den pH-Wert der Erde ein wenig, was den Hortensien entgegenkommt. Zusätzlich enthält er Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor, die das Wachstum unterstützen. Der Kaffeesatz ist damit ein netter Bonus für die Bodenpflege, mehr aber auch nicht.

So wendet man ihn richtig an

Wichtig ist vor allem, den Kaffeesatz erst trocknen zu lassen. Feucht ausgebracht neigt er zu Schimmel und kann dann mehr schaden als nützen. Der getrocknete Satz wird sparsam rund um die Pflanze in die oberste Erdschicht eingearbeitet, nicht einfach dick obenauf gestreut, denn nur im Kontakt mit dem Boden entfaltet er seine Wirkung. Am besten gibt man ihn in kleinen Mengen über die Wachstumsphase verteilt, statt alles auf einmal.

Die häufigsten Fehler

Die meisten Probleme entstehen durch Übertreibung. Zu viel Kaffeesatz kann den Boden verdichten und die Wasseraufnahme verschlechtern. Feuchter, schlecht gelagerter Satz schimmelt. Und wer ihn nur oberflächlich verteilt, wundert sich, dass nichts passiert. Als Faustregel gilt: lieber regelmäßig kleine Mengen als selten eine große Ladung.

Der Mythos von der blauen Blüte

Hartnäckig hält sich der Glaube, Kaffeesatz mache Hortensien blau. Das stimmt so nicht. Zwar begünstigt ein saurer Boden die Blaufärbung, doch entscheidend ist der Aluminiumgehalt der Erde, und den liefert Kaffeesatz allein nicht. Wer gezielt blaue Blüten will, braucht dafür spezielle Mittel. Der Kaffeesatz kann bestenfalls unterstützen.

Fazit

Kaffeesatz ist ein sinnvolles, kostenloses Extra für Hortensien, kein Ersatz für gute Pflege und passende Düngung. Richtig eingesetzt, sparsam, trocken und in die Erde eingearbeitet, tut er den Pflanzen gut. Falsch angewendet, wird aus dem Küchentipp schnell ein Problem im Beet.