Wenn im Spreewald die Kähne ausschwärmen, ist das mehr als ein Bootsausflug. In Lübbenau bildet der Kahnkorso den Höhepunkt des Spreewald- und Schützenfestes, und er zeigt eine Region, die ihr Leben seit jeher auf dem Wasser organisiert.
Rund 55 geschmückte Kähne
Zum Abschluss des inzwischen 52. Spreewald- und Schützenfestes sind nach Angaben der Stadt rund 55 bunt geschmückte Kähne unterwegs, wie der Tagesspiegel berichtet. So viele Schaubilder waren es lange nicht mehr. Der Korso zieht seine Runden rund um den Großen Hafen Lübbenau; in diesem Jahr fährt die Parade allerdings nicht wie sonst bis in das Dorf Lehde hinein, sondern kehrt vorher um.
Gestaltet werden die Kähne von den Vereinen und Einrichtungen der Stadt: Kapelle, Feuerwehren, Kindergärten und Sportvereine schmücken ihre Boote nach eigenen Motiven. Auf dem Wasser und am Ufer prägen die farbenfrohen Spreewälder Trachten das Bild.
Leben zwischen den Fließen
Der Spreewald südöstlich von Berlin ist ein weit verzweigtes Netz aus Wasserläufen, den sogenannten Fließen. Seit 1991 ist die Landschaft von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Über Jahrhunderte waren die flachen Holzkähne hier das wichtigste Verkehrsmittel, um Menschen und Waren zwischen den Dörfern zu bewegen.
In dieser Landschaft ist auch die Kultur der Sorben und Wenden zu Hause, einer westslawischen Minderheit, deren Sprache und Bräuche das Gebiet bis heute prägen. Der Kahnkorso ist damit auch ein Stück gelebter Tradition.
Ein Fest für die ganze Region
Neben dem Korso gehören zum Fest ein Schützenumzug und der bekannte Gurkenmarkt, auf dem sich alles um die Spreewälder Gurke dreht. Der Eintritt ist frei. So wird das Wochenende zu einem Schaufenster der Region, in dem sich Brauchtum, Handwerk und Geselligkeit auf dem Wasser treffen.



