Illegale Autorennen beschäftigen die Berliner Justiz seit Jahren. Nun kommt ein neues Element hinzu, das die Gefahr erhöht: Lachgas. Immer häufiger stehen Fahrer unter dem Einfluss des Gases, wenn sie sich nächtliche Rennen liefern.

Verfahren steuern auf Rekord zu

Die Zahlen zeigen, wie groß das Problem ist. Nach Angaben der Justiz zählte Berlin im bisherigen Höchstjahr 2024 rund 923 Verfahren wegen illegaler Kraftfahrzeugrennen, 2025 waren es 876. Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 kamen bereits 476 neue Fälle hinzu, wie der Tagesspiegel berichtet. Oberamtsanwalt Winkelmann rechnet damit, dass der bisherige Rekord in diesem Jahr übertroffen werden könnte.

Auffällig ist zudem, dass sich 99 der neuen Verfahren gegen unbekannte Fahrer richten, mehr als in früheren Zeiträumen. Die Täter sind also häufiger nicht zu ermitteln.

Warum Lachgas das Fahren gefährlich macht

Lachgas, chemisch Distickstoffmonoxid, wird in der Medizin als Betäubungsmittel und in der Küche als Treibgas für Sahne genutzt. Als Partydroge ist es unter jungen Menschen verbreitet, und genau von dort findet es seinen Weg ans Steuer.

Für den Straßenverkehr ist das brandgefährlich. Das Gas kann Schwindel, Benommenheit und Störungen der Koordination auslösen, also genau jene Fähigkeiten beeinträchtigen, die sicheres Fahren erfordert. Bei hoher Dosis droht sogar Bewusstlosigkeit. Wer Lachgas konsumiert hat, gehört nicht hinter das Lenkrad.

Hoffen auf die neue Rechtslage

Die Politik hat reagiert. Seit dem 12. April ist der Verkauf von Lachgas eingeschränkt, vor allem um Jugendliche zu schützen. Oberamtsanwalt Winkelmann äußert die Hoffnung, dass diese Gesetzesänderung Wirkung zeigt.

Ob das gelingt, wird sich erst zeigen müssen. Für illegale Autorennen selbst sieht das Strafrecht bereits harte Strafen vor: Wer andere gefährdet, muss mit Freiheitsstrafen rechnen, bei schweren Folgen wie Verletzten oder Toten sogar mit mehreren Jahren Haft. Die Kombination aus Raserei und Rauschmittel macht die Szene für die Behörden nur noch schwerer beherrschbar.