Trotz vereinzelter Sommergewitter bleibt die Lage angespannt: Der Süden und Osten Deutschlands stecken in einer ausgeprägten Dürre, die sich nicht mit ein paar Regentagen beheben lässt. Der Grund liegt tief im Boden.

Trockenheit bis in die Tiefe

Nach Angaben des vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung betriebenen Dürremonitors ist der Boden vielerorts bis in etwa 1,80 Meter Tiefe zu trocken. Auf der Dürrekarte ist der äußerste Süden Deutschlands tiefrot eingefärbt, was eine außergewöhnliche Dürre markiert, wie der Tagesspiegel berichtet. Auch die oberen 25 bis 40 Zentimeter sind stark ausgetrocknet.

Die Ursache reicht weit zurück: Seit dem Herbst 2025, also über rund acht Monate, ist zu wenig Niederschlag gefallen. Ein solches Defizit lässt sich nicht kurzfristig ausgleichen, weil der tiefere Boden nur langsam Wasser aufnimmt.

Folgen für Landwirtschaft, Wald und Flüsse

Die Auswirkungen sind breit gefächert. In der Landwirtschaft drohen Ernteeinbußen, besonders bei Sommerkulturen wie Mais und Zuckerrüben. Im Wald schwächt die Trockenheit die Bäume und begünstigt einen stärkeren Befall durch den Borkenkäfer.

Auch die Flüsse führen weniger Wasser. Sinkende Pegel erhöhen das Risiko von Niedrigwasser, was unter anderem die Binnenschifffahrt trifft: Schiffe können bei niedrigem Wasserstand weniger laden, wie das Handelsblatt schildert.

Kaum Aussicht auf schnelle Besserung

Auf eine rasche Entspannung deutet wenig hin. Fachleute erklären, dass zur Erholung ein extrem nasser Sommer nötig wäre, ein Szenario, das als eher unwahrscheinlich gilt. Damit bleibt die Trockenheit im Süden und Osten voraussichtlich über die kommenden Wochen bestehen, und die Böden dürften sich frühestens im Herbst und Winter langsam wieder auffüllen.