Argentinien ist weiter, doch der Auftritt gegen Kap Verde dürfte dem Weltmeister zu denken geben. Erst in der Verlängerung wendete die Mannschaft von Trainer Lionel Scaloni beim 3:2 eine Blamage gegen den krassen Außenseiter ab.

Ein Spiel mit zwei Gesichtern

Lange sah es nach einem sicheren Sieg aus. Lionel Messi brachte Argentinien in der 29. Minute in Führung, in der 93. Minute erhöhte Lisandro Martínez auf 2:0. Doch Kap Verde, für viele die Überraschung des Turniers, gab nicht auf: Deroy Duarte verkürzte in der 59. Minute, Sidny Lopes Cabral glich in der 103. Minute aus, wie die Sportschau berichtet.

Die Entscheidung fiel in der 111. Minute, und sie war glücklich: Nach einer Ecke von Messi landete der Ball im Tor der Kapverdier, die FIFA wertete den Treffer als Eigentor. So rettete sich Argentinien in die nächste Runde, wo am Dienstag in Atlanta Ägypten wartet.

Die Abhängigkeit von Messi

Der Sieg konnte die Zweifel nicht ausräumen. Wie der Tagesspiegel analysiert, hängt das argentinische Spiel stark von Messi ab, der einen Großteil der Treffer seiner Mannschaft im Turnier direkt erzielt oder vorbereitet hat. Zugleich ist der Kader deutlich gealtert. Auf einen 38 Jahre alten Ausnahmekönner zu bauen, ist im Moment ein Erfolgsmodell, aber ein riskantes.

Kap Verde als Sympathieträger

Bei aller Kritik am Weltmeister: Die eigentliche Geschichte des Abends schrieb Kap Verde. Der kleine Inselstaat hielt gegen die Fußballgroßmacht couragiert dagegen und war einer Sensation nahe. Am Ende fehlte das Glück, doch das Auftreten der Mannschaft machte deutlich, wie sehr sich das Teilnehmerfeld einer WM inzwischen verdichtet hat.

Warnsignal vor dem Achtelfinale

Für Argentinien bleibt die Erkenntnis, dass mühevolle Siege im Turnier zwar zählen, gegen stärkere Gegner aber nicht reichen werden. Will der Titelverteidiger seinen Triumph wiederholen, muss eine Steigerung her, sonst könnte die Reise früher enden als erhofft.