Manchmal erzählt eine Weltmeisterschaft ihre schönste Geschichte nicht über den Sieger, sondern über einen Verlierer. Bei der WM 2026 heißt dieser Verlierer Kap Verde, und die Art seines Ausscheidens machte den kleinen Inselstaat zum heimlichen Liebling des Turniers.

Ein Debütant mischt die Gruppe H auf

Kap Verde, ein Archipel im Atlantik mit rund 525.000 Einwohnern, stand zum ersten Mal überhaupt bei einer Weltmeisterschaft. Und statt als Statist durchgereicht zu werden, überstand die Mannschaft die schwere Gruppe H. Gegen Europameister Spanien gab es ein 0:0, gegen Uruguay ein 2:2, gegen Saudi-Arabien erneut ein 0:0, wie die Übersicht zur Gruppe H zeigt.

Drei Unentschieden, kein einziges verlorenes Spiel: Als Gruppenzweiter hinter Spanien zog Kap Verde in die K.-o.-Runde ein. Damit ist die Inselrepublik der erste WM-Neuling seit der Slowakei 2010, der bei seiner Premiere die Gruppenphase übersteht.

Die Blauhaie beißen sich fest

Ihren Spitznamen tragen die Kapverdier mit Stolz: Tubarões Azuis, die Blauhaie. In der ersten K.-o.-Runde bekamen es die Blauhaie ausgerechnet mit Titelverteidiger Argentinien zu tun, und sie waren einer Sensation zum Greifen nah.

Argentinien ging durch Lionel Messi in Führung, doch Kap Verde kämpfte sich mit dem Ausgleich durch Deroy Duarte zurück. Auch als Lisandro Martínez in der Verlängerung erneut traf, gaben die Blauhaie nicht auf: Sidny Lopes Cabral glich abermals aus. Erst ein spätes Tor, das die FIFA als Eigentor wertete, entschied die Partie mit 3:2 für Argentinien, wie Sky Sports festhält. Argentinien, so das Fazit vieler Berichte, entging nur knapp der größten Blamage des Turniers.

Mehr als ein Ergebnis

Am Ende steht Kap Verde ohne Weiterkommen da, und doch als Gewinner. Unter Trainer Bubista hat die Mannschaft gezeigt, dass die Aufstockung der WM auf 48 Teams nicht nur zu ungleichen Kantersiegen führt, sondern auch Platz schafft für Geschichten wie diese.

Für ein Land dieser Größe ist allein die Teilnahme eine Sensation, das Überstehen der Gruppenphase ein kleines Wunder. Die Blauhaie reisen ab, aber ihr Auftritt bleibt: als Erinnerung daran, dass beim Fußball manchmal Mut und Zusammenhalt fast genügen, um einen Weltmeister zu stürzen.