Es ist die Personalie, über die der deutsche Fußball seit dem WM-Aus spricht: Jürgen Klopp als Bundestrainer. Nun hat der 59-Jährige selbst bestätigt, dass er mit dem DFB im Gespräch ist – und dass er die Aufgabe übernehmen will. Ein unterschriebener Vertrag ist das allerdings noch lange nicht.

„Ich bin bereit"

Klopp ließ an seiner grundsätzlichen Bereitschaft keinen Zweifel. „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit", sagte er. Auf die Frage, was bis zu einer Unterschrift noch fehle, antwortete er knapp: „Zeit". Und mit Blick auf die Verhandlungen fügte er hinzu: „Es werden intensive Gespräche sein müssen."

Zugleich sandte Klopp ein faires Signal an seinen möglichen Vorgänger. Julian Nagelsmann, der nach dem Turnier zurückgetreten war, sei „ein außergewöhnlicher Trainer". Klopp betonte, die Probleme der Nationalmannschaft hingen nicht allein an der Person des Trainers.

Warum es dauert

So klar die Bereitschaft, so kompliziert die Umsetzung. Klopp steht bei Red Bull unter Vertrag, wo er als „Head of Global Soccer" für die Fußballaktivitäten des Konzerns zuständig ist – und laut Sportschau deutlich mehr verdient als ein Bundestrainer. Bevor ein Wechsel zum DFB möglich wäre, müsste er diese Verpflichtung klären. Klopp selbst rechnet ausdrücklich nicht mit einer kurzfristigen Einigung.

Der DFB steckt damit in einem Zielkonflikt: Klopp ist der prominenteste und populärste Kandidat, aber eben nicht sofort verfügbar. Bis zu einer offiziellen Vorstellung dürfte einige Zeit vergehen.

Der Hintergrund

Vorausgegangen war das enttäuschende Abschneiden der DFB-Elf bei der Weltmeisterschaft 2026. Deutschland war bereits in der ersten K.-o.-Runde an Paraguay gescheitert, wenige Tage später zog Nagelsmann die Konsequenzen und trat zurück. Seither sucht der Verband einen Nachfolger – und praktisch alle Wege führen zu Klopp, der zuletzt beim FC Liverpool und davor bei Borussia Dortmund und Mainz 05 gearbeitet hatte.

Ob aus dem gegenseitigen Interesse tatsächlich eine Zusammenarbeit wird, hängt nun an den „intensiven Gesprächen", die Klopp selbst angekündigt hat. Klar ist bislang nur: Der Wille ist da, die Formalitäten sind es noch nicht.