Es war ein mit Spannung erwartetes Duell – und es endete deutlich: In der Stichwahl um das Landratsamt im brandenburgischen Ostprignitz-Ruppin hat der SPD-Amtsinhaber Ralf Reinhardt seinen Posten gegen den Bewerber der AfD verteidigt.
Ein klares Ergebnis
Reinhardt setzte sich mit rund 61 Prozent der Stimmen gegen den AfD-Kandidaten Torsten Arndt durch, der auf etwa 39 Prozent kam. Damit fiel das Resultat eindeutiger aus, als es der erste Wahlgang hatte erahnen lassen: Dort hatte Reinhardt mit 34,7 Prozent nur knapp vor Arndt (30,3 Prozent) gelegen, weshalb eine Stichwahl nötig wurde. In der entscheidenden Runde bündelten sich die Stimmen jedoch klar beim Amtsinhaber.
Worum es ging
Die Wahl hatte über den Landkreis hinaus Bedeutung. Hätte Arndt gewonnen, wäre er der erste AfD-Landrat in Brandenburg gewesen – und bundesweit erst der zweite nach Robert Sesselmann im thüringischen Sonneberg. Entsprechend stark war die Mobilisierung im Vorfeld: Mehrere Parteien hatten dazu aufgerufen, einen Wahlerfolg der AfD zu verhindern, die der Brandenburger Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch einstuft.
Kontinuität im Amt
Für Reinhardt, der den Landkreis bereits seit Jahren führt, bedeutet der Sieg die Fortsetzung seiner Amtszeit. Der SPD-Politiker konnte im zweiten Wahlgang offenbar von seiner Bekanntheit als Amtsinhaber und von der Unterstützung über das eigene Lager hinaus profitieren. Im ersten Durchgang waren mit einem von CDU und Linkspartei unterstützten unabhängigen Bewerber sowie einem Kandidaten der Freien Wähler weitere Mitbewerber angetreten, deren Stimmen sich in der Stichwahl neu verteilten.
Einordnung
Das Ergebnis zeigt zweierlei. Zum einen bleibt die AfD in Ostdeutschland eine starke Kraft: Knapp 39 Prozent für ihren Kandidaten sind kein Randwert. Zum anderen aber greift in der direkten Zuspitzung zwischen einem etablierten Amtsinhaber und einem AfD-Bewerber weiterhin eine breite Gegenmobilisierung. In Ostprignitz-Ruppin reichte sie diesmal klar – die nächste Bewährungsprobe folgt bei der nächsten Wahl ganz bestimmt.



