Es gibt sie noch, die späten Premieren im Sport. Jan-Lennard Struff hat in Wimbledon zum ersten Mal in seiner langen Karriere das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Der Deutsche ist dabei 36 Jahre alt.

Ein Match mit Wendungen

Gegen den Polen Hubert Hurkacz lag Struff zunächst mit 0:2 Sätzen zurück. Er verlor den ersten Satz 3:6 und den zweiten im Tiebreak, kämpfte sich dann aber Punkt für Punkt zurück. Am Ende stand ein 3:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:2), 7:5, 4:2 zu Buche, wie der Tagesspiegel berichtet.

Das dramatische Ende kam durch eine Verletzung: Hurkacz plagten Rücken- und Bauchmuskelprobleme, er musste behandelt werden und konnte schließlich beim Stand von 4:2 im fünften Satz für Struff nicht mehr weiterspielen. Die Aufgabe öffnete Struff das Tor zur nächsten Runde, doch da hatte er das Momentum längst auf seiner Seite.

Ein Rekord für die Geschichtsbücher

Für Struff ist es ein historischer Moment. Nach Angaben von Tennis Majors ist er der älteste Spieler der Open Era seit 1968, der zum ersten Mal in ein Grand-Slam-Viertelfinale einzieht. Es ist bereits sein zwölfter Auftritt in Wimbledon und einer seiner insgesamt 47 Grand-Slam-Starts, ehe ihm der Sprung unter die letzten acht gelang.

Dass der Durchbruch ausgerechnet auf dem heiligen Rasen von Wimbledon kommt, macht ihn für den Deutschen umso wertvoller.

Große Aufgabe im Viertelfinale

Leicht wird es nun nicht: Im Viertelfinale wartet mit dem Italiener Jannik Sinner der Weltranglistenerste. Struff geht als klarer Außenseiter in die Partie, hat aber gerade bewiesen, dass er auch enge Matches auf großer Bühne für sich entscheiden kann.

Für einen Spieler, der seit Jahren solide, aber selten spektakulär durch die Tour zieht, ist dieses Turnier bereits jetzt eine Krönung. Alles, was gegen Sinner noch folgt, wäre eine Zugabe.